Wie China die Vormachtstellung der USA im Nahen Osten abwickelt

Während die letzten beiden US-Präsidenten für einen Rückzug aus dem Nahen Osten kämpften – und beide taten dies im Zuge der „Schieferöl-Revolution“ in den USA selbst -, war dies nicht nur aufgrund des geostrategischen Rückschlags, den dieser Rückzug der US-Vormachtstellung im Nahen Osten bringen wird, schwierig, sondern auch aufgrund der zunehmenden Konkurrenz, der die USA bereits jetzt durch ihre strategischen Rivalen ausgesetzt sind: China und Russland. Dieser Rückzug oder ein Schritt in Richtung einer begrenzten Präsenz wäre politisch und militärisch nicht zu Reibungspunkten geworden, wenn auf diesen Rückzug nicht ein rascher Einzug Chinas und Russlands gefolgt wäre.

Die Fähigkeit dieser Staaten, die Lücken schnell zu füllen, macht es den USA schwer, auch nur eine begrenzte Präsenz zu unterhalten. Selbst ein flüchtiger Blick auf die US-Militärpräsenz im Nahen Osten zeigt nicht nur einen fortschreitenden Rückzug in den letzten Jahren, sondern auch eine fast ebenso proportionale und deutlich sichtbare Aktivität ihrer Konkurrenten, was für aufeinanderfolgende US-Politiker ein Dilemma des „Rückzugs oder des Nicht-Rückzugs“ schafft. Die Tatsache, dass Länder wie China weiterhin rasch vorrücken und die USA trotz ihrer Bemühungen, einen Kampf anzufangen, ihre wirtschaftliche Aktivität nicht eingeschränkt haben, bedeutet, dass die USA nicht anders können, als ihren Raum schrumpfen zu sehen, was sie teilweise dazu zwingt, sich weitgehend auf eine nichtmilitärische Präsenz zuzubewegen.

China beschleunigt unwissentlich das, was Obama und Trump ihren Wählern versprochen hatten. Daher ist China trotz der kontinuierlichen US-Präsenz im Irak und seiner politischen Technik seit seiner Invasion 2001 bereits zu seinem größten Handelspartner geworden. Trotz einer „Ölkrise“ Anfang dieses Jahres haben die Exporte des Irak dank Chinas früher Erholung von Covid-19 und seiner sich vertiefenden Beziehungen zum Irak zugenommen. Während die irakischen Lieferungen in die USA, nach Indien und Südkorea im Jahr 2020 deutlich zurückgingen, stiegen die Lieferungen nach China um fast 27,5 Prozent.

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Auch wenn dies an sich schon ein massiver Anstieg ist, so ist es doch von strategischer Bedeutung, dass sich die Beziehungen zwischen China und Irak parallel zu einem laufenden militärischen Rückzug der USA vertiefen. Dass China schließlich die irakischen Ölexporte dominieren könnte, erklärt auch, warum die USA begonnen haben, dem irakischen Öl besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Dies ist zu einem großen Teil auf die Großmachtkonkurrenz im Nahen Osten zurückzuführen, bei der sich die USA erfolglos gegen China zur Wehr setzen.

Dementsprechend drängen die Chinesen nach vorn und fordern die USA in großem Stil heraus. Während das Abkommen zwischen China und Iran zeigt, wie die Chinesen die Politik der USA praktisch stören, zeigt die kürzlich angekündigte „Erklärung von Amman“, wie China auch seine Beziehungen zum übrigen Nahen Osten pro-aktiv vertieft.

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Eine Analyse von Salman Rafi Sheikh

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