Washington will Botschaft in Bagdad schließen

Wegen beinahe tagtäglicher Angriffe auf das Botschaftsgelände in Bagdad überlegt Washington, die US-Botschaft dort zu schließen.

Von Redaktion

Nach fast täglichen Angriffen in und um die Grüne Zone Bagdads, in der sich die sich viel Platz einnehmende US-Botschaft sowie andere amerikanische und andere internationale Institutionen befinden, hat Washington die irakische Regierung wegen des Zusammenbruchs der Sicherheitsvorkehrungen auf den Plan gerufen und gesagt, dass sie die US-Botschaft ganz schließen könnte.

Das Auswärtige Amt ist nach den wiederholten Raketen- und Mörserangriffen auf die Botschaft wütend und hat der irakischen Regierung die Schuld dafür gegeben, dass die irakischen Sicherheitskräfte nicht angemessen reagiert haben, auch inmitten des verschärften Stellvertreterkrieges mit dem Iran:

In einer neuen Eskalation rief US-Außenminister Mike Pompeo letzte Woche den irakischen Präsidenten Barham Saleh an, um ihm ein Ultimatum zu stellen, wie irakische und ausländische Beamte gegenüber der AFP erklärten.

Wenn die irakische Regierung den Raketenregen auf die militärischen und diplomatischen Stätten der USA nicht beende, werde Washington seine Botschaft schließen und seine Truppen zurückrufen, sagten die Quellen.

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Es darf allerdings bezweifelt werden, dass die Mehrheit der Iraker die amerikanische Präsenz vermissen wird, da in den letzten Jahren antiamerikanische Demonstrationen zugenommen haben, die ein Ende der US-Truppenpräsenz fordern.

Ein namenloser irakischer Beamter sagte über diese jüngste Kontroverse: „Die Amerikaner sind nicht nur wütend. Sie sind wirklich, wirklich, wirklich wütend“, so die AFP, während ein anderer bemerkte: „Die Flitterwochen sind vorbei“.

Das Außenministerium hat insbesondere die Unfähigkeit Bagdads bemängelt, in seinen eigenen widerspenstigen Schiitenmilizen zu regieren, von denen die USA sagen, dass sie als stellvertretender Arm Teherans dienen.

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„Vom Iran unterstützte Gruppen, die Raketen auf unsere Botschaft abfeuern, sind eine Gefahr nicht nur für uns, sondern auch für die irakische Regierung“, sagte ein US-Beamter gegenüber der AFP.

Die US-Verteidigungssysteme, die die Botschaft schützen, waren in den letzten zwei Monaten zunehmend aktiv:

Mitte September gab es innerhalb von 48 Stunden nicht weniger als vier Angriffe auf westliche Ziele in Bagdad, darunter zwei direkte Angriffe auf das Gelände der US-Botschaft.

Gegenwärtig ist ein von Trump initiierter Truppenrückzug der US-Truppen im Gange, der Amerikas Präsenz landesweit auf etwa 3.000 Mann oder etwa ein Drittel des früheren Niveaus reduziert. Es gibt jedoch immer noch Hunderte von Diplomaten, die aus der Grünen Zone heraus operieren, ganz zu schweigen von den vielen Tausenden von US-amerikanischen Söldnerfirmen im ganzen Land.

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