Macron trifft in Bagdad ein

Der französische Präsident Emmanuel Macron befindet sich in Bagdad zu seinem ersten offiziellen Besuch im Irak zu Gesprächen mit hohen Regierungsvertretern des Landes.

Von Redaktion

Macron, der direkt von einer zweitägigen Reise in die libanesische Hauptstadt Beirut kommt, traf am Mittwochmorgen in Bagdad ein. Sein Besuch ist der erste Besuch eines westlichen Staatsoberhauptes im Irak seit der Machtübernahme von Premierminister Mustafa al-Kadhimi im Mai.

Offizielle irakische Medien sagten, der französische Präsident werde mit irakischen Beamten über eine engere militärische Zusammenarbeit sprechen. Bei seiner Ankunft wurde Macron von Präsident Barham Salih begrüßt.

Er hat bereits mit einer Reihe von Treffen mit irakischen Politikern begonnen, darunter Premierminister Kadhimi, Präsident Salih und Parlamentspräsident Mohammed al-Halbousi. Es ist auch geplant, dass er sich zu Gesprächen mit Nechirvan Barzani, dem Präsidenten der halbautonomen Region Kurdistan, zusammensetzt.

Lokale Medien berichteten, dass Macron in der heiligen Stadt Najaf auch ein Treffen mit Iraks prominentem schiitischen Geistlichen Großayatollah Ali al-Sistani abhalten wird.

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In einem Tweet, das er von der irakischen Hauptstadt aus veröffentlichte, sagte Macron, er wolle dazu beitragen, die Sicherheit und wirtschaftliche Souveränität des Irak zu gewährleisten.

„In Bagdad … wo ich soeben unsere Unterstützung für den Irak in dieser schwierigen Zeit zum Ausdruck gebracht habe. Es gibt viele Herausforderungen, wenn es darum geht, die Souveränität des Irak in all ihren Dimensionen zu garantieren, … sowohl innerhalb des Landes als auch anderswo in der Region“, schrieb er.

Unter Hinweis auf die Rolle von Paris in der von den USA geführten Koalition, die angeblich gegen den „Islamischen Staat“ kämpft, sagte er: „Unsere kollektive Sicherheit und regionale Stabilität sind gefährdet“, und dass die Soldaten beider Länder „Seite an Seite kämpfen“, um sicherzustellen, dass die Terrorgruppe eine endgültige Niederlage erleidet.

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Einen Tag zuvor sagte Macron in Beirut, er sei auf dem Weg nach Bagdad, „um an der Seite der Vereinten Nationen eine Initiative zur Unterstützung eines Prozesses der Souveränität zu starten“.

Die USA marschierten 2003 unter dem Vorwand des „Kriegs gegen den Terror“ in den Irak ein und stürzten das Land in einen Kreislauf der Gewalt, der bis heute anhält.

Der „Islamische Staat“ tauchte 2014 im Irak auf und erzielte im Norden und Westen weitreichende Gebietsgewinne, wodurch das Land kurz davor stand, von der Terrormiliz übernommen zu werden.

Die Koalition unternahm jedoch wenig, um der irakischen Armee zu helfen, der es schließlich gelang, das Land mit der Unterstützung freiwilliger Kräfte in der Heimat und aus dem benachbarten Iran vom „Islamischen Staat“ zu befreien.

Ende 2017 erklärte der Irak den Sieg über den „Islamischen Staat“, doch die von den USA geführte Allianz hat die so genannte Antiterror-Mission im Land noch nicht beendet.

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