Linke-Politiker: Stecken die USA hinter Anschlag auf Navalny?

Offenbar gibt es in Deutschland noch Politiker die gesunden Menschenverstand in Sachen Navalny und dem angeblich verwendeten Nervengift Novichok walten lassen.

Von Redaktion

Der Chef des Bundestags-Wirtschaftsausschusses, der Linken-Politiker Klaus Ernst, hält auch eine Verstrickung der USA in den Mordanschlag auf den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny für denkbar. „Ich frage mich, wem nutzt die Vergiftung Nawalnys wirklich?“, sagte Ernst der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

„Für Putin ist Nawalny keine ernsthafte Gefahr. Eigentlich nutzt die Vergiftung denen, die ein Interesse daran haben, die Russen und die Europäer auseinander zu bringen“, sagte der Linken-Politiker. „Dieser Konflikt nutzt eindeutig den Amerikanern“, erklärte Ernst.

Immerhin ist der rechte und prowestliche Oppositionspolitiker, der früher mit ausfälligen Bemerkungen gegenüber den muslimischen Kaukasusvölkern auffiel, im Falle seines Todes ein Fallstrick. Moskau würde dadurch mehr verlieren als es überhaupt gewinnen könnte. Ähnlich wie im Fall Skripal (der offensichtich ein britisches Geheimdienstkomplott war, wie wir berichteten) ist eine solche Vergiftung völlig widersinnig.

Selbst ein OPCW-Fachmann, der den Fall Skripal mit untersuchte, sagte in einem Interview (siehe hier), dass es deutlich bessere Möglichkeiten gebe, den russischen Oppositionspolitiker umzubringen als ein altes sowjetisches Nervengift zu verwenden.

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Einen Baustopp bei der Ostsee-Pipeline North Stream 2 lehnte Ernst strikt ab. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir die wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland aufrecht erhalten und sogar intensivieren“, sagte der Linken-Politiker. „Ein Stopp der Pipeline wäre ein falscher und gefährlicher Weg.“ Gegebenenfalls seien andere Maßnahmen notwendig.

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2 Kommentare

  1. Ich behaupte mit Nichtwissen, die Causa Navalny ist eine „Overtüre“ des sich anbahnenden Schmierentheaters zwecks Camouflage von US-Hörigkeit deutscher Politiker-Paladine. Die voreiligen, suspekten, an Moskau adressierten Schuldzuweisungen bezüglich der Attacke auf Navalny durch führende deutsche Diarrhö-Politiker und deren impertinentes Avis der Verhängung von Sanktionen, können Merkel & Co. dazu dienen, North Stream 2 – trotz bisheriger vehementer Opposition – tatsächlich zu stoppen. Agieren würde Merkel dann im Sinne des präpotenten, texanischen Senators Ted Cruz der kürzlich der Ostseehafenstadt, wo sich die Basis des Rohrverlegers befindet, schriftlich den ökonomischen Ruin angedroht hat.
    Konspirativ mutet an, weshalb sich bis dato keine andere Nation in den Fall einmischte und warum Deutschland den Hospital-Flieger für Navalnys Transport stellte . . .

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