Ankara schickt offenbar Panzer an die griechische Grenze

Die Türkei hat offenbar Panzer und gepanzerte Mannschaftstransporter an die Grenze zu Griechenland geschickt. Eskaliert die Lage?

Von Redaktion

Inmitten steigender türkisch-griechischer Spannungen im Zusammenhang mit dem Gasstreit im östlichen Mittelmeer, der bereits dazu geführt hat, dass rivalisierende Kampfflugzeuge den Luftraum vor Zypern patrouillieren, berichtet die Associated Press, dass Ankara etwa 40 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge an die Grenze zu Griechenland entsandt hat.

Die AP/New York Times zitiert türkische Medienberichte:

Unterdessen berichteten türkische Medien, dass Panzer in Richtung der griechischen Grenze bewegt werden. Die Zeitung Cumhuriyet berichtete, dass 40 Panzer von der syrischen Grenze nach Edirne im Nordwesten der Türkei transportiert wurden und Fotos von gepanzerten Fahrzeugen auf Lastwagen geladen waren.

Es gab keine sofortige offizielle Bestätigung der Stationierung.

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Aber die Bestätigung ist gekommen, nachdem die türkische Nachrichtenagentur İHA ein Video veröffentlicht hat, das gepanzerte Truppentransporter des APC zeigt, die zum Grenzübergang fahren.

Panzer waren in dem Video des großen Konvois auf der türkischen Autobahn jedoch nicht zu sehen, und der Einsatz hätte im Voraus geplant werden können, wird aber sicherlich von Athen bemerkt und beantwortet werden.

Karte der griechisch-türkischen Grenze mit Markierung von Edirne. Bild via Daily Mail

In der Zwischenzeit versucht die NATO-Führung, im Streit zwischen den NATO-Mitgliedern zu vermitteln, was sich als äußerst peinlich erweisen könnte, auch angesichts der Tatsache, dass Russland kurz davor steht, Seekriegsspiele um Zypern zu beginnen, insbesondere in den sehr umstrittenen Gewässern, die die Türkei für sich beansprucht.

Die AP blickt auf die vergangenen zwei Wochen zurück, in denen sich die Pattsituation rasch militarisiert hat: „Simulierte Luftkämpfe zwischen griechischen und türkischen Kampffliegern haben sich über der Ägäis und dem östlichen Mittelmeer vervielfacht.“

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„Eine türkische und eine griechische Fregatte kollidierten letzten Monat und verursachten Berichten zufolge geringe Schäden an der türkischen Fregatte, aber keine Verletzungen“, fügt der Bericht hinzu.

Das türkische Militär versuchte daraufhin gleich beschwichtigend zu wirken, wie die Daily Sabah berichtet:

Behauptungen, dass die türkischen Streitkräfte (TSK) Panzer an der griechischen Grenze stationieren, haben sich als unbegründet erwiesen, berichtete die Agentur Anadolu (AA).

Nach Informationen eines AA-Korrespondenten war die Verlegung der Panzer von der Zweiten Armee der Türkei, die in der östlichen Provinz Malatya stationiert ist, im Voraus geplant.

Am früheren Samstag berichtete die Nachrichtenagentur Ihlas, dass die TSK begonnen habe, Dutzende Panzer an der griechischen Grenze inmitten der Spannungen über die Seegrenzen zwischen den beiden Ländern zu stationieren.

Die Agentur berichtete, dass zwei mit etwa 40 Panzern beladene Lastwagenkonvois von der syrischen Grenze in der Provinz Hatay des Landes in die an Griechenland grenzende Provinz Edirne entsandt worden seien.

Allerdings klingt dies – wie schon bei NATO-Beschwichtigungen zu Truppenstationierungen und Militärübungen in Osteuropa – wie eine Ausrede. Vielmehr dürfte dies ein „Wink mit dem Zaunpfahl“ in Richtung Griechenland sein, zumal im europäischen Teil der Türkei keine wirkliche militärische Bedrohung vorhanden ist – abgesehen eben vom aktuellen Disput mit Griechenland.

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