Weißrussland: Die Lage eskaliert weiter

Panzer rücken in Minsk ein, während die Polizei massive Proteste vor den Toren der Lukaschenko-Residenz zurückhält. Die Lage in Weißrussland eskaliert weiter.

Von Redaktion

Zehntausende von Demonstranten, die den Rücktritt des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko forderten, trotzten einem harten Durchgreifen der Sicherheitsdienste und überschwemmten erneut das Zentrum von Minsk.

Diesmal wurden Zehntausende anlässlich des Geburtstags des jetzt 66-jährigen Führers am Sonntag auf die Präsidentschaftsresidenz marschieren gesehen.

Bereitschaftspolizei, gepanzerte Fahrzeuge und sogar Panzer wurden bei der Verteidigung von Lukaschenkos Residenz gesehen. Militärische Panzer und Mannschaftstransporter wurden gesehen, wie sie in das Gebiet strömten, was auf Filmmaterial von Oppositionellen auf den Straßen basiert.

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Mehrere Korrespondenten, die die Proteste beobachteten, sagten, dass Panzer unterwegs seien, um die Residenz des langjährigen Präsidenten zu schützen.

Insbesondere wurden weißrussische BMP-2-Schützenpanzer des Militärs gesichtet, die über die Autobahnen rollten und sich auf den Weg zum Unabhängigkeitspalast machten.

Ein beeindruckendes Video zeigte auch eine riesige Menschenmenge, die gerade außerhalb des Präsidentengeländes von einer Mauer aus Bereitschaftspolizei, Militär und gepanzerten Fahrzeugen aufgehalten wurde.

Hier ein anderes Video:

Reuters berichtet, dass die Demonstrationen trotz der großen Machtdemonstration der Staatssicherheit relativ friedlich verliefen:

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Die Demonstranten versammelten sich dann bei Lukaschenkos Residenz, die von Sicherheitskräften mit Schilden, Wasserkanonen und Gefangenentransportern bewacht wurde. Eine Kolonne gepanzerter Militärfahrzeuge wurde in Richtung Stadtzentrum fahren sehen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax.

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA wurden mindestens 125 Personen festgenommen.

Sicherheitskräfte wurden gesehen, wie sie Menschen in schwarzen, nicht gekennzeichneten Polizeiwagen festhielten.

In einigen Fällen wurden Beamte in Zivil bei der Festnahme von Demonstranten gesichtet, nachdem rollende Proteste und landesweite Streiks Teile des Landes, insbesondere die Hauptstadt, seit der umstrittenen Wiederwahl Lukaschenkos in eine sechste Amtszeit am 9. August, die von der Opposition und den Menschen auf den Straßen als “manipuliert” angeprangert wurde, gelähmt haben.

Unterdessen hat Lukaschenko unter Berufung auf externe Bedrohungen aus NATO-Ländern Berichten zufolge bis zur Hälfte der Armee in “Kampfbereitschaft” versetzt, berichtet Reuters am Sonntag.

“(Die NATO) hat Übungen direkt an unseren Grenzen gestartet. Was soll ich jetzt tun? Ich habe auch einige Divisionen ausgerollt und die Hälfte der Armee in Kampfbereitschaft versetzt. Das ist nicht billig”, kündigte Lukaschenko an.

Wir dürfen uns also noch auf einige Wochen mit volatilen Entwicklungen in Weißrussland einstellen.

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