Türkei warnt Frankreich vor Eskalation über Oruc-Reis im Mittelmeer

Frankreichs Marine unterstützt Griechen und Zyprioten gegen die Ansprüche der Türkei. Ankara warnt nun Paris vor einer Eskalation.

Von Redaktion

Erst vor Kurzem hatten die Europäische Union und die Vereinigten Staaten davor gewarnt, dass sie Sanktionen gegen Ankara verhängen würden, falls türkische Schiffe weiterhin im östlichen Mittelmeer operieren, und erklärten, dass die Türkei die Operationen illegal durchführe.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte am Freitag, dass sein Land Vergeltungsmaßnahmen ergreifen werde, wenn die griechischen Streitkräfte weiterhin die Oruc Reis „angreifen“.

Seine Worte wurden von Außenminister Mevlut Cavusoglu aufgegriffen, der sagte, Griechenland solle das Schiff nicht „wie bisher“ provozieren, und warnte auch, dass es eine Reaktion geben werde. Cavusoglu merkte auch an, dass die Schweiz angeboten habe, in dem Konflikt zu vermitteln, und dass Ankara im Prinzip zugestimmt habe.

Frankreich, welches ebenfalls seine Marine in die Region entsendet, wurde auch zum Ziel der türkischen Warnungen. Immerhin gab es erst vor kurzem vor der libyschen Küste einen Beinahe-Zusammenstoß zwischen türkischen Kriegsschiffen und einer französischen Fregatte, der zu einem diplomatischen Disput zwischen Ankara und Paris führte.

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Oruc Reis begann am Montag mit Explorationsbohrungen in griechischen Hoheitsgewässern im Mittelmeer, was zu einer massiven Gegenreaktion aus Athen führte. Später in der Woche deuteten Berichte darauf hin, dass sich die griechische Marinefregatte Limnos und die türkische Fregatte Kemalreis (F-247) in unmittelbarer Nähe der Oruc Reis gegenüberstanden.

Die türkisch-griechischen Spannungen wegen der Bohrungen im Mittelmeer schwelen seit vielen Monaten. Die Situation eskalierte letzte Woche, als Athen ein Abkommen mit Ägypten über die Abgrenzung von Meereszonen unterzeichnete, um seine Souveränitätsansprüche geltend zu machen.

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Ankara hat jedoch im vergangenen Jahr ein Abkommen mit Libyen mit ähnlichen Bestimmungen unterzeichnet. Die Türkei führte auch Operationen in der Nähe von Zypern durch, was die EU ebenfalls als Verstoß gegen das Völkerrecht betrachtet.

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