Russland deklassifiziert Filmmaterial der größten jemals getesteten Atombombe

Die Pilzwolke war „7 Mal höher als der Mount Everest“ so die Berichte über die größte jemals getestete Atombombe. Die „Zaren-Bombe“ hatte eine enorme Sprengkraft.

Von Redaktion

Russland hat zum ersten Mal vollständig freigegebenes, nicht mehr als geheim eingestuftes Filmmaterial über die als „Zaren-Bombe“-Wasserstoffbombe (Codename „Ivan“) bekannte Monster-Atombombe der Sowjetunion veröffentlicht.

Sie wurde am 30. Oktober 1961 in 4.000 Metern Höhe über einem dünn besiedelten Archipel in der Barentssee als Teil eines geheimen Tests gezündet, der jedoch vom US-Geheimdienst entdeckt wurde.

Die Bombe hatte eine geschätzte Sprengkraft von 50 Megatonnen oder umgerechnet 50 Millionen Tonnen TNT, und obwohl bereits Bilder von schlechter Qualität veröffentlicht worden waren, veröffentlichte die staatliche Atomenergiebehörde Rosatom vor wenigen Tagen einen 40-minütigen Dokumentarfilm mit dem neuen deklassierten Video der Bombenexplosion nach dem Abwurf durch einen Tu-95 Bear-Bomber anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der russischen Atomindustrie.

Wie aus dem neuen Filmmaterial hervorgeht, waren die physischen Dimensionen der Zarenbombe mit einer Länge von 8 Metern und einer Höhe von 2 Metern beispiellos.

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Die BBC hatte ihn zuvor als „zu groß für den Kriegseinsatz“ eingestuft, da die thermonukleare Bombe so stark war, dass sie potenziell jeden nahe gelegenen sowjetischen Außenposten zusammen mit dem Feind auslöschen könnte (der sowjetische Langstreckenbomber, der sie abwarf, soll von der Druckwelle getroffen worden sein, obwohl er zum Zeitpunkt der Detonation bereits mindestens ein paar Dutzend Kilometer entfernt war).

Teile des sowjetischen Tu-95V-Bombers, der ihn über dem arktischen Testgelände abwarf, mussten modifiziert werden, um diese Bombe unterzubringen.

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Das neue Filmmaterial enthält nie zuvor gesehene Bilder der massiven Bombe, die vorsichtig mit dem Zug transportiert wurde.

Wie die Aufnahmen im Detail zeigen, veranschaulichen die Aufnahmen mehrere nie zuvor gesehene Winkel zur Explosion, die eine mindestens 120 Kilometer weit reichende Schockwelle erzeugte, die einen Wolkenpilz schuf, der 68 Kilometer in die Luft reichte und damit sieben Mal höher als der Mount Everest war.

Der Dokumentarfilm zeigt uns das Cockpit der Tu-95V, wo die Flugzeugbesatzung Schutzbrillen aufsetzen, bevor wir sehen, wie die 26,5-Tonnen-Bombe sanft unter einem Fallschirm in Richtung ihres beabsichtigten Ziels – dem staatlichen Testgelände Nr. 6 des russischen Verteidigungsministeriums – in der Nähe der Matotschkin-Straße von Nowaja Semlja abfällt. Die Detonation selbst wird unter verschiedenen Aspekten aufgezeichnet, auch aus der Luft.

Der „verdeckte“ sowjetische Test endete schließlich doch nicht so geheim, da Berichten zufolge die Explosion und die daraus resultierende Pilzwolke bis zu 1.000 Kilometer weit sichtbar waren und weitere Fenster im nahen Finnland zertrümmerten.

Unten sehen Sie das vollständig freigegebene Video, das von der Rosatom State Atomic Energy Corporation veröffentlicht wurde:

Sie galt als die letzte große „Weltuntergangswaffe“ der Sowjetunion und sollte glücklicherweise nie repliziert werden, obwohl sich die sowjetischen Führer später damit brüsteten, dass sie bei einem endgültigen nuklearen Showdown mit den Vereinigten Staaten eine doppelt so große Sprengkraft erzeugen könnten.

Jahrelang sagten Analysten, die Detonation sei so groß gewesen, dass die über Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Bomben im Vergleich dazu wie Mini-Atombomben wirkten.

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Ein Kommentar

  1. Die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki waren „nur“ Atombomben. Mike, Bravo und die Zarbombe waren Wasserstoffbomben. Die letzeren sind schon allein deswegen stärker, weil die eigentliche Wasserstoffbombe nur durch die vorherige Detonation einer Atombombe gezündet werden kann. Auch kann die maximale Sprengkraft von Wasserstoffbomben stark variiert werden. Im Text werden diese Unterschiede verwischt.

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