Khamenei: Neue Gespräche mit den USA würden Trump vor dem November nur stärken

Die Maximaldruck-Strategie Washingtons stärkt die Hardliner in Teheran. Der iranische Staatschef will mit Trump nicht über einen neuen Atomdeal verhandeln.

Von Redaktion

Wie es scheint, ist die Tür jetzt vollständig und endgültig gegen jede Hoffnung der Trump-Administration auf ein vollständiges „Re-Do“ des Atomdeals mit dem Iran verschlossen.

Der iranische Staatschef Ayatollah Ali Khamenei sagte während seiner jährlichen Eid-al-Adha-Rede, dass es keine neuen Gespräche mit Washington geben werde, und gelobte ferner, dass der Iran sein Atomprogramm nur erweitern, nicht aber aufgeben werde.

Er unterstrich in der Rede weiter, dass das Atomprogramm der Islamischen Republik eine „Notwendigkeit“ für das Überleben und Gedeihen des Landes bleibe – obwohl betont werden sollte, dass Teheran seit langem an einer friedlichen zivilen Atomenergie festhält.

Während die Rede inmitten der anhaltenden lähmenden US-Sanktionen und der „Kampagne des maximalen Drucks“ von typischem Trotz geprägt war, sprach Irans oberster Kleriker und Oberster Führer in einem seltenen Moment über Trumps Aussichten für November.

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Er unterstrich, dass alle neuen Gespräche mit Washington nur dazu dienen würden, Trumps Chancen bei den bevorstehenden Wahlen zu erhöhen, und auf dieser Grundlage müsse man sich dagegen wehren. Wie die New York Times die Aussagen zusammenfasste:

In einer Freitagsrede zum Eid-al-Adha-Feiertag sagte Ayatollah Khamenei, dass die Aufnahme von Gesprächen mit Washington über das iranische Atomprogramm, wie Präsident Trump Teheran dazu aufgefordert hat, die Chancen von Herrn Trump, im November wiedergewählt zu werden, nur verbessern würde. Dies, so der Ayatollah, sei der Grund, warum Trump solche Gespräche überhaupt vorgeschlagen habe.

„Er wird von den Verhandlungen profitieren“, sagte Ayatollah Khamenei. „Dieser alte Mann, der in Amerika das Sagen hat, benutzte die Verhandlungen mit Nordkorea offenbar als Propaganda“, fügte er hinzu – ein Hinweis auf Herrn Trumps hochkarätige Atomdiplomatie an einer anderen Front, die bisher größtenteils erfolglos war.

Khamenei betonte auch, dass die Iraner nach Autarkie und vollständiger Unabhängigkeit vom US-dominierten internationalen Wirtschaftssystem streben und bereit sein müssen, den anhaltenden Wirtschaftskrieg von Washington und seinen Verbündeten aus zu überstehen.

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In der Zwischenzeit sei daran erinnert, dass die Anreicherungskapazitäten des Iran seit Beginn dieses Jahres erheblich zugenommen haben.

Anfang Juni brachte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) einen vertraulichen Bericht in Umlauf, über den damals von der Associated Press berichtet wurde und in dem der Nuklearvorrat der Islamischen Republik in den drei Monaten vor dem 20. Mai um satte 50 Prozent anstieg.

„Die Agentur teilte mit, dass sich der Gesamtlagerbestand an schwach angereichertem Uran im Iran am 20. Mai auf 1.571,6 Kilogramm belief, gegenüber 1.020,9 Kilogramm am 19. Februar“, berichtete die AP.

Es zeigt sich, dass die „Maximaldruck-Strategie“ der Hardliner in den Vereinigten Staaten lediglich die erzkonservativen Kräfte im Iran stärkt und die Moderaten ins Eck drängt. Damit sorgen die Amerikaner für einen weiteren Bedrohungsaufbau, der wiederum dem Militärisch-Industriellen Komplex der Vereinigten Staaten dient, da so mehr Geld in die Rüstungsindustrie fließt und auch die Verbündeten am Persischen Golf sich stärker mit US-Kriegsgerät eindecken.

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