Die Sucht der CIA nach dem Afghanistan-Krieg

Es ist der längste Überseekrieg Amerikas und zeigt trotz eines wackeligen Friedensabkommens zwischen der Trump-Administration und den Taliban-Kämpfern keine klaren Anzeichen für ein Ende. Ein schrittweiser Rückzug der US-Truppen aus Afghanistan im Laufe des nächsten Jahres könnte noch entgleisen und zu fortgesetzten amerikanischen Militäroperationen in dem südasiatischen Land führen – fast zwei Jahrzehnte, nachdem Präsident GW Bush im Oktober 2001 die Operation Enduring Freedom eingeleitet hatte.

Das US-Engagement in Afghanistan ist der archetypische Sumpf. Hunderttausende wurden getötet oder verstümmelt, Billionen von Dollar verschwendet, ein gescheiterter Staat – trotz des amerikanischen Anspruchs, eine Nation aufzubauen, und ein militanter Aufstand, der stärker ist als je zuvor. Washingtons erklärte strategische Ziele in Afghanistan waren nie kohärent oder überzeugend, nicht einmal in der Führungsspitze des Pentagon. Die anfängliche Rechtfertigung der „Rache am Terrorismus von 9/11“ klingt fadenscheinig.

Die Ironie liegt darin, dass Washington sich erstmals Ende der 1970er Jahre in Afghanistan engagierte, um den sowjetischen Truppen, die in Kabul eine verbündete Regierung verteidigten, ein „Vietnam-Szenario“ aufzuzwingen. Die von den USA gesponserten Mudschahedin-Kämpfer und ihre Taliban-Auswüchse haben das Land für Washington zu einem noch schlimmeren Vietnam-Szenario gemacht, als es für Moskau vorgesehen war.

Afghanistan ist bekannt als der „Graveyard of Empires“, wo die Briten einen Schlag gegen ihre imperialen Fähigkeiten erlitten, wie die Sowjets und jetzt die Amerikaner. Die Frage ist: Warum sitzen die Amerikaner anscheinend in Afghanistan fest und sind nicht in der Lage, ihre Truppen herauszuholen? Ein Teil des Grundes liegt zweifellos in der Kriegsbürokratie und den verlässlichen Profiten für den militärisch-industriellen Komplex, der einen sauberen Bruch aus einem ansonsten sinnlosen, nicht enden wollenden Sackgassenkonflikt erstickt.

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Eine Analyse von Finian Cunningham.

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2 Kommentare

  1. Die geografische Lage Afghanistans macht dieses Land zum eutektischen Punkt zwischen China, Indien und Iran.
    Die Yankees nutzen diese fragile Lage in vielerlei Hinsicht brutal aus.
    Seit der allgemeinen weltpolitischen Einsicht, dass ein 3.WK letal für alle sein würde, hat man mit 911 ein neues Geschäftsmodell mit dem „Krieg gegen den Terror“ aus der Taufe gehoben.

    Mittels Aufrechterhaltung des Konfliktes durch das US Militär in Afghanistan ist quasi eine olympische Flamme für metastisierende Dauerkriege entzündet worden.

    Die dort mittelbar beteiligten Mächtigen sind wohl auf lange Sicht in einer Zwickmühle gefangen.

  2. Diesen Krieg kann man nur im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Jugoslawien sehen.
    In Afghanistan macht die CIA ca, 800 Milliarden Dollar durch den Drogenhandel. Durch dieses Geld werden alle illegalen Operationen bezahlt. Und der Kosovo dient dazu als sichere Route für die Drogen nach Europa!

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