Wehrbeauftragte will Kampf gegen Rechtsextremismus verstärken

Angesichts des Jahrestags des Anschlags auf Hitler vor 76 Jahren mahnt Wehrbeauftragte Högl zu einem konsequenten Kampf gegen Rechtsextremismus in der Bundeswehr an.

Von Redaktion

Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl, hat zum 76. Jahrestag des missglückten Attentats auf Hitler einen konsequenten Kampf gegen Rechtsextremismus in der Bundeswehr angemahnt. “Rechtsextremismus hat in der Truppe keinen Platz”, sagte Högl der “Rheinischen Post”.

“Dort, wo es rechtsextreme Auffassungen, Aktivitäten und Verbindungen gibt, müssen diese konsequent aufgeklärt, verfolgt und bestraft werden”, antwortete die Sozialdemokratin auf die Frage, wie anfällig die Truppe für Rechtsextremismus 76 Jahre nach dem erfolglosen Sprengstoff-Attentat von Offizieren auf Hitler am 20. Juli 1944 sei.

Sie betonte, die eindeutige Mehrheit der Soldaten leiste jeden Tag verantwortungsvoll ihren Dienst für Freiheit, Frieden, Rechtsstaat und Demokratie in Deutschland. Es sei gut, wenn die Truppe sichtbar sei wie bei öffentlichen Gelöbnissen. Wegen der Corona-Pandemie fallen in diesem Jahr öffentliche Gelöbnisse in Gedenken an die Offiziere aus.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch sagte der Zeitung, ihm fehle da nichts. “Alles, was an Militarismus erinnert, braucht niemand.” Dem antifaschistischen Widerstandskampf müsse auch in größerem Umfang gedacht werden als nur den damaligen Offizieren, “die sehr lange an der Seite der Nazis standen.” Gewürdigt werden müssten in stärkerem Maße auch die Christen, Kommunisten und Sozialisten, die gegen Hitler aufgestanden seien.

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In der letzten Zeit gab es immer wieder Vorwürfe um rechtsextreme Tendenzen in der Bundeswehr. So löste Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Eliteeinheit “Kommando Spezialkräfte” (KSK) deshalb teilweise auf. Auch der Verlust von rund 48.000 Schuss Munition und 62 Kilogramm Sprengstoff – den man rechtsextremen Verbindungen innerhalb der Spezialeinheit anlastet – sorgt in der politischen Führung der Bundesrepublik für Erschütterung.

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