US-Forscher verfolgten Mobilfunksignale Militärstandorten in Russland

Mittels spezieller Software verfolgten US-Wissenschaftler im Auftrag der US-Armee Mobilfunksignale in Russland. Darunter auch welche aus Militäranlagen.

Von Redaktion

Ein Team von akademischen US-Forschern der Mississippi State University verfolgte im vergangenen Jahr im Rahmen des von der US-Armee finanzierten Projekts Signale von Mobiltelefonen in Russland, auch im Bereich des Testgebiets der russischen Marine in Nyonoksa, berichtete das Wall Street Journal am Samstag in seiner elektronischen Version.

Die Gruppe von US-Stipendiaten überwachte zusammen mit diplomierten Forschungsassistenten und Praktikanten die Bewegungen von Mobiltelefonhaltern, die sich am nächsten Tag nach dem Vorfall auf dem Testgelände der russischen Marine im vergangenen August in Nyonoksa aufhielten. Laut der Zeitung deuteten die GPS-Daten darauf hin, dass die Telefone später nach Moskau, St. Petersburg und die geschlossenen Verteidigungsanlagen in Sewerodwinsk und Archangelsk bewegt wurden.

Den Zeitungsreportern zufolge führten die US-Forscher ein experimentelles Projekt durch, das Möglichkeiten der Nutzung von Mobilfunkdaten aus offenen Quellen für den Verteidigungs- oder Geheimdienstbedarf aufzeigen sollte. Die Zeitung bezieht sich auf Dokumente, die sie auf Anfrage vom Staat Mississippi über die Quelle ihrer Daten erhalten hat.

Edric Thompson, ein Sprecher des U.S. Army Combat Capabilities Development Command, das das Projekt finanziert hat, sagte, dass es für die militärische Finanzierung ausgewählt wurde, weil es „einen guten potentiellen Nutzen für den Informationsaustausch unserer Soldaten untereinander hat“, so das Wall Street Journal.

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Die Forscher nutzten den Dienst Locate X, der von der Firma Babel Street entwickelt wurde, die auf Software für Geheimdienstzwecke spezialisiert ist, berichtet die Zeitung.

Der Vorfall ereignete sich am 8. August 2019 auf dem militärischen Testgelände bei Sewerodwinsk. Das russische Unternehmen Rosatom teilte später mit, dass bei einem Brand und einer Explosion, die während eines Raketentests auf einer Meeresplattform folgten, fünf seiner Mitarbeiter getötet und drei weitere verletzt wurden, die ins Krankenhaus gebracht wurden.

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