Propagandaopfer: 60 Prozent in den USA glauben die Fake-Geschichte über das russische Kopfgeld

So soll Propaganda funktionieren: 60 Prozent in den USA glauben die Geschichte über das angebliche russische Kopfgeld auf US-Soldaten an die Taliban in Afghanistan.

Von Redaktion

Seit Jahren schon üben sich Medien und Politiker im „Russiagate“-Spiel. Die Methode zur Verbreitung der antirussischen Propaganda ist dabei stets dieselbe. Zuerst werden (unhaltbare) Behauptungen groß auf den Titelseiten publiziert, später dann kommen Klarstellungen irgendwo kleingedruckt auf den hinteren Seiten – nur um sagen zu können: „Wir haben unseren Fehler ja korrigiert!“.

Das mediale Spiel ist einfach aber effektiv. Die Schlagzeilen vom „bösen Russen“ hämmern sich immer wieder in die Gehirne der Menschen, bis sie den unablässig medial verbreiteten Schwachsinn auch glauben. Das gilt auch für das angebliche „russische Kopfgeld“, welches die afghanischen Taliban für getötete US-Soldaten erhalten sollten. Eine Story, die von der New York Times unter Berufung auf ominöse „Geheimdienstquellen“ verbreitet wurde.

So geht Propaganda.

Ein „Who is who“ von Spitzenbeamten des Geheimdienstes und des Militärs hat jetzt die russischen Kopfgelder für die Tötung amerikanischer Truppen in Afghanistan geleugnet. Die Stellen, die hinter der anfänglichen Berichterstattung selbst standen, sind langsam gezwungen, die Geschichte in Vergessenheit geraten zu lassen.

Und doch zeigt eine neue Reuters/Ipsos-Umfrage, dass 60 Prozent der Amerikaner diese Behauptung für „glaubwürdig“ halten.

Loading...

Reuters beschreibt die Umfrage:

Eine Mehrheit der Amerikaner glaubt, dass Russland die Taliban bezahlt hat, um US-Soldaten in Afghanistan im vergangenen Jahr inmitten von Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zu töten, und mehr als die Hälfte will mit neuen Wirtschaftssanktionen gegen Moskau reagieren, so eine am Mittwoch veröffentlichte Reuters/Ipsos-Umfrage.

Als Beispiel dafür, wie einige der Sender, die die Geschichte stark vorangetrieben haben, seither viele der zentralen Forderungen zurückgenommen haben, betrachten wir die folgende Zeile aus der Washington Post von letzter Woche, die für sie und die Times sicherlich unangenehm war:

Lesen Sie auch:  Trump plant, Putin zum G7-Gipfel in den USA einzuladen

Die Washington Post berichtete am Dienstag, dass Beamte des Weißen Hauses Anfang 2019 zum ersten Mal über Geheimdienstberichte informiert wurden, denen zufolge Russland die Kopfgelder für die Tötung von US-Militärangehörigen und Angehörigen der Koalitionsstreitkräfte anbot, aber die Informationen wurden nach Angaben von Personen, die mit der Materie vertraut sind, als lückenhaft betrachtet und bedürften einer zusätzlichen Bestätigung.

„Lückenhaft“ – und doch ist die Lawine von Schlagzeilen immer noch da draußen. Das Pentagon hat die Richtigkeit dieser Informationen mehrfach rundweg bestritten.

Ja, so soll Propaganda funktionieren. Wenn der „schwarze Mann Russland“ beschworen wird, insbesondere im Zusammenhang mit Trump, ist die Schwelle für Beweise niedrig bis nicht vorhanden. Die sogenannte „Qualitätspresse“, die für sich ja gerne den Anspruch gibt, sogenannte „Fake News“ bekämpfen zu wollen, gibt sich selbst dafür her.

Reuters fährt fort:

Insgesamt gaben 60 Prozent der Amerikaner an, dass sie Berichte über russische Kopfgelder auf amerikanische Soldaten „sehr“ oder „etwas“ glaubwürdig fanden, während 21 Prozent sagten, sie seien nicht glaubwürdig und der Rest sei unsicher.

Neununddreißig Prozent gaben an, dass Trump ihrer Meinung nach „wusste“, dass Russland auf das US-Militär zielte, bevor letzten Monat Berichte in den Nachrichtenmedien auftauchten, während 26 Prozent sagten, der Präsident „wusste es nicht“.

Wie AntiWar.com darauf hinweist, haben solche gefälschten Geschichten und die Leichtgläubigkeit der amerikanischen Öffentlichkeit reale und möglicherweise sehr gefährliche Konsequenzen: „Die Umfrage zeigt, dass sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin als ‚Bedrohung‘ ansehen und eine neue Runde von US-Sanktionen gegen Russland unterstützen. Alarmierend ist, dass 9 Prozent sogar einen Angriff auf Russland voll und ganz unterstützen.

Lesen Sie auch:  Afghanistan: Das Pentagon plant einen völligen Truppenabzug

„Dies wird durch die starken Beweise untergraben, dass dieses Komplott nicht wahr ist und nie war. Die Gefahr besteht darin, dass die USA die Feindseligkeiten eskalieren könnten, und die Mehrheit der Öffentlichkeit ist damit einverstanden“, fasst AntiWar treffend zusammen.

Wie wir also sehen, versuchen gewisse Kreise im US-Establishment die Stimmung im Land auf Kriegslaune gegen Russland (oder alternativ China) zu trimmen und die öffentliche Meinung dazu zu bringen, die ohnehin schon ausufernden Militärausgaben noch weiter zu erhöhen, damit der Militärisch-Industrielle Komplex für noch längere Zeit gemästet werden kann.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.