„Produktion von Schutzkleidung und Medikamenten zurück nach Europa holen“

Wichtige Medikamente und medizinische Schutzkleidung müssen wieder in Europa hergestellt werden, so die Vize-Präsidentin der Bundesärztekammer.

Von Redaktion

Aus der Bundesärztekammer kommen Rufe, die Produktion von Schutzbekleidung und Medikamenten wieder nach Europa zu holen. Die Vize-Präsidentin der Bundesärztekammer, Dr. Ellen Lundershausen, fordert: „Es darf nie wieder vorkommen, dass in einer Pandemie der Schutz von Ärzten und Patienten von in Fernost gefertigten Cent-Artikel abhängt. Wir müssen jetzt die Zeit nutzen, um Produktionskapazitäten für Schutzausrüstung in Deutschland und Europa aufzubauen.“

Deshalb sei die Ankündigung des Bundeswirtschaftsministeriums, die Produktion von medizinischen Schutzmasken in Deutschland finanziell zu fördern „eine richtige politische Entscheidung“. Denn zu Beginn der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland sei den Ärzten und ihren Mitarbeitern laut Umfragen „massenhaft mangelhafte und auch falsch deklarierte Schutzkleidung zugeteilt worden“, beklagt sie sich.

„Solche Mängel sind keine Petitesse, sie bedeuten für Ärzte und andere Gesundheitsberufe akute Gefahr für Leib und Leben. Solche Mängel müssen dringend ausgeschlossen werden“, fordert Lundershausen.

Doch auch bei Medikamenten sieht sie Handlungsbedarf. „Ebenso muss sichergestellt werden, dass es unter Pandemiebedingungen nicht zu Lieferengpässen und Qualitätsdefiziten bei Arzneimitteln kommt. Schon vor der Corona-Pandemie war erkennbar, wie abhängig die Arzneimittelversorgung in Deutschland von Arzneimittelherstellern in Asien ist“, so die Vize-Präsidentin der Bundesärztekammer.

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So solle die Bundesregierung ihren Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft dazu nutzen, bei besonders wichtigen Arzneimitteln die Produktion wieder nach Europa zurückzuholen: „Die zuständigen Behörden können ihre Überwachungsfunktion bei Standorten in Europa sehr viel besser ausüben als dies bei Produktionsstandorten in Drittstaaten der Fall ist. Zudem sind kürzere Lieferketten von der Rohstoffherstellung bis zur Ausgabe der Arzneimittel in den Apotheken besser nachvollziehbar.“

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Zudem solle sich die Bundesregierung dafür einsetzen, „dass die Produktion in Drittstaaten unter Beachtung menschenwürdiger, auch für die EU geltenden Arbeitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen erfolgt. So lässt sich ausschließen, dass Hersteller die Bestimmungen durch Verlagerung der Produktion in Drittstaaten umgehen, nur um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.“

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