Nord Stream 2: Der Widerstand gegen US-Sanktionsdrohungen wächst

In Deutschland wächst der Widerstand gegen die US-amerikanischen Sanktionsdrohungen wegen Nord Stream 2. Die Transatlantiker verlieren an Rückhalt.

Von Marco Maier

Für die Transatlantiker in Deutschland brechen immer härtere Zeiten an. Die ständigen Hasstiraden gegenüber Deutschland aus Washington, sowie die andauernden Drohngen mit Sanktionen wegen der wirtschaftlichen Beziehungen der Bundesrepublik mit Russland, sorgen nämlich immer mehr für Unmut.

Nachdem die deutsche Wirtschaft schon wegen der vor allem von den Transatlantikern in Brüssel, London, Paris, Warschau und Berlin unter den antirussischen Sanktionen leidet, fordert man nun eine härtere Linie der Bundesregierung gegen die Vereinigten Staaten. Grund dafür sind die Sanktionsdrohungen aus Washington wegen der Erdgaspipeline Nord Stream 2.

„Bisher haben wir immer vor harten Gegenmaßnahmen in Richtung USA gewarnt, weil wir in keine Sanktionsspirale hineinkommen wollen. Nun sehen wir das etwas anders“, sagte der Geschäftsführer des Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) Michael Harms den Funke-Zeitungen.

Der Außenwirtschaftsverband arbeite an konkreten Vorschlägen. „Diese können von klaren diplomatischen Äußerungen über Entschädigungen hiesiger Firmen bis hin zu defensiven Gegensanktionen reichen“, sagte Harms. Er warnte davor, dass die US-Regierung die Konten beteiligter Firmen sperren und die Sanktionen auch auf die finanzierenden Banken ausweiten könnte.

Loading...

Zwar sei man an diesem Punkt noch nicht angekommen, „aber die US-Botschaft in Berlin drängt einige Firmen bereits mit konkreten Terminvorgaben zu Gesprächen“, sagte Harms, der dieses Vorgehen als „befremdlich“ bewertete. Der OAOEV-Geschäftsführer warnte davor, dass die angedrohten US-Sanktionen zu einem „gefährlichen Präzedenzfall“ werden könnten. „Die EU muss wirksam dagegenhalten. Man muss vermeiden, dass andere Staaten auf ähnliche Ideen kommen“, forderte er.

Lesen Sie auch:  Welche Waffen testen die US-Biolabore?

Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer (CDU), hat die Sanktionsandrohungen der USA wegen der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 bereits am Samstag scharf kritisiert. „Im Kern steht eine Politik der maximalen Forderungen, eine Politik der Maximaldurchsetzungen, und das ist etwas von neuer Qualität“, sagte Beyer am Samstag dem Deutschlandfunk.

„Wir wehren uns massiv gegen extraterritorial wirkende Sanktionen, darum geht es ja bei Nord Stream 2, bei dem Wiener Nuklearabkommen mit dem Iran und ein paar anderen Dossiers.“ Das versuche man auch immer wieder zum Punkt zu machen in den Diskussionen mit den USA.

„Aber wenn Sie den amerikanischen Außenminister hören, der sagt: ‚Wenn ihr nicht rausgeht, müsst ihr die Konsequenzen befürchten.‘ Das ist schon eine Sprache, die man unter Partnern ablehnen muss, das geht so nicht“, so der CDU-Politiker. Man müsse einen „kleinsten gemeinsamen Nenner finden, auf dem wir über die Zukunft unserer Wirtschaft und Sicherheitsarchitektur im transatlantischen Verhältnis sprechen“.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

2 Kommentare

  1. Die angespannte Situation USA vs. BRD, vor dem Hintergrund eines sanktionsfreudigen, mit Preidential Executive Orders nicht geizenden Donald Trump, wirft die Frage auf: Warum haben feige, deutsche Diarrhö-Politiker nicht längst die jenseits des großen Teiches lagernden deutschen Goldreserven repatriiert ?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.