Maskenpflicht: Die deutsche Politik beharrt auf den „Maulkorb“

In weiten Teilen der deutschen Bevölkerung wächst die Kritik an der anhaltenden Maskenpflicht. Doch der „Maulkorb“ soll noch verpflichtend bleiben.

Von Michael Steiner

In den letzten Wochen flammte die Diskussion um die Maskenpflicht zur Eindämmung von Sars-CoV-2 immer wieder auf. Doch in der verantwortlichen deutschen Politik gibt es kaum jemanden, der den „Maulkorb“ wieder abschaffen will. So teilte die rheinland-pfälzische Landesregierung bespielsweise der „Rheinischen Post“ mit, dass man an der Maskenpflicht im Handel festhalten wolle.

„Das Coronavirus ist noch da und noch gefährlich, das zeigen lokale Ausbrüche“, sagte eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums der Zeitung. „Gerade die Ferienzeit und die Zeit nach den Ferien werden entscheidend sein, um zu beurteilen, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt.“ Aktuell wäre die Aufhebung der Maskenpflicht das falsche Signal, so die Sprecherin.

Auch Nordrhein-Westfalen will daran festhalten. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte der Zeitung: „Trotz der insgesamt positiven Entwicklung der Infektionszahlen ist die Gefahr der Pandemie noch lange nicht gebannt – das zeigen auch die vereinzelt auftretenden lokalen Ausbruchsgeschehen, wie zuletzt in Gütersloh. Solange wir ohne wirksamen Impfstoff und Medikamente mit dieser neuen, ungewohnten Situation leben, werden die Menschen weiterhin mit Regeln und Veränderungen umgehen müssen. Dazu werden noch für einige Zeit unter anderem Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und die Mund-Nasen-Bedeckung gehören.“

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat ebenso davor gewarnt, die Maskenpflicht im Handel aufzuheben. „Die Maskenpflicht im Handel ist eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen das Coronavirus. Es wäre das völlig falsche Signal, diese Pflicht jetzt schon wieder aufzuheben“, sagte Lauterbach der Zeitung.

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Er reagierte damit auf einen Vorstoß von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der die Pflicht Anfang August abschaffen will und auch andere norddeutsche Bundesländer für den Schritt gewinnen will. „Wenn es keine Maskenpflicht im Handel mehr gibt, kontaminieren Infizierte auch die Ware, und Kunden wie Beschäftigte werden durch die Aerosole stark gefährdet“, warnte Lauterbach.

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Dabei zeigen verschiedene Studien (unter anderem auch jene von Professor Streeck), dass die Infektionsgefahr die von Oberflächen ausgeht verschwindend gering ist und sich das Coronavirus vor allem bei längerem engen Kontakt ausbreitet. Für einen angeblichen „Gesundheitsexperten“ (wie ihn die Rheinische Post nennt) scheint er diesbezüglich recht uninformiert zu sein.

Unterstützung erhält die Politik hierbei von den meisten Medien, welche die „Maulkörbe“ größtenteils verteidigen. Dabei würde es (wie auch verschiedene Studien zeigen) ausreichen, wenn man sich an ganz gewöhnliche Hygienestandards hält: häufiges Händewaschen, husten und niesen in die Armbeuge und möglichst von anderen Menschen weg, sowie wenn man krank ist (oder denkt, man könnte krank sein), dann hält man eben mehr Abstand.

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Ein Kommentar

  1. Nehmt´s locker. Das ist doch nur Einschüchterung. Weil sie Angst vor EUCH haben.
    .
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    Wir sind nur vorsichtig. Wenn wir zurückgehen, dann nur, weil wir ANLAUF nehmen!
    .
    Meistens.

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