Das Pentagon untersucht die Beziehungen zwischen Russland und den Taliban

Dem Pentagon zufolge sind die Anschuldigungen gegen Russland höchstwahrscheinlich erfunden. Auch Experten halten das angebliche „Kopfgeld“ für eine Fälschung.

Von Redaktion

Das Pentagon untersucht die kürzlich durchgesickerten Informationen über einen angeblichen „Deal“ zwischen dem russischen Militärgeheimdienst und den Taliban, die Gegenstand eines Artikels in der New York Times waren, teilte US-Verteidigungsminister Mark Esper mit und fügte hinzu, dass mehrere offizielle Stellen die in dem Artikel veröffentlichten „Informationen“ widerlegt hätten.

Die durch den NYT-Artikel verursachten Spannungen sind nach wie vor hoch. Am Wochenende hat US-Präsident Donald Trump den Artikel auf Twitter als Fake News entlarvt. Seine Reaktion ist verständlich, da die Andeutung des Artikels, das russische Militär habe den Taliban „Kopfgelder“ für die Tötung der in Afghanistan stationierten ausländischen Truppen angeboten, Experten und Politiker dazu veranlasst, das von den USA und den Taliban im Februar 2020 in Katar unterzeichnete Friedensabkommen anzuzweifeln.

Nach diesen Vereinbarungen müssen die Taliban davon absehen, ausländische Truppen in Afghanistan anzugreifen. Die Trump-Administration hat das Engagement der Taliban für den Frieden mehrfach betont.

Deshalb ist es für den US-Führer entscheidend, sich von diesem Skandal zu distanzieren, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Eine Veröffentlichung auf der Website Axios, die feststellt, dass die Geheimdienstdaten über den angeblichen Deal zwischen dem russischen Geheimdienst und den Taliban erstmals während der Präsidentschaftsverwaltung Barack Obamas aufgetaucht seien, könnte Trump dabei helfen, genau dies zu tun.

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Experten weisen darauf hin, dass es in der Vergangenheit Fälle gegeben hat, in denen einige, die in russische Geheimoperationen verwickelt waren, den Einsatz unangemessen erhöht haben, wobei sie überschätzt haben, wie hart die politische Linie des Kremls werden kann, doch der NYT-Artikel scheint unglaubwürdig zu sein.

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Simon Saradzhyan, Direktor des Russia Matters Project am Belfer Center for Science and International Affairs an der Harvard-Universität, sagte der Nezavisimaya Gazeta, dass Präsident Wladimir Putin und die russische Führung durch die Billigung eines solchen Plans mehr zu verlieren als zu gewinnen hätten, zumindest weil Washington wahrscheinlich von diesem Deal erfahren und sich rächen würde. Der Experte fügte hinzu, dass Putin daran gebunden sei, ein „rationaler Spieler“ zu sein.

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