Truppenabzug: Schickt doch alle US-Soldaten nach Hause

Jüngsten Medienberichten zufolge will US-Präsident Trump tausende US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Warum nicht gleich alle? Es wäre langsam an der Zeit.

Von Marco Maier

Rund 34.500 US-Soldaten sind nach wie vor in Deutschland stationiert und bewachen unter anderem auch die in der Bundesrepublik stationierten amerikanischen Atomwaffen. Zudem dienen die deutschen Stützpunkte als das wichtigste Drehkreuz und Logistikzentrum der global für das US-Imperium im Einsatz befindlichen US-Truppen und deren HiWis.

Von Ramstein aus beispielsweise wird der Drohnenterror im Nahen Osten koordiniert und auch das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der Vereinigten Staaten befindet sich auf deutschem Boden. Ganz zu schweigen davon, dass Deutschland das Herzstück des NATO-Aufbaus gegen Russland darstellt. Einer NATO, die eigentlich schon seit Zusammenbruch der UdSSR obsolet und überholt ist.

Laut dem „Spiegel“ plant US-Präsident Donald Trump aufgrund seiner Verärgerung darüber, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht am G7-Gipfel in Washington teilnehmen möchte, den Abzug von bis zu 15.000 US-Soldaten. Laut der FAZ, die sich auf das „Wall Street Journal“ beruft und konkretere Zahlen nennt, sollen es 9.500 sein, die wieder zurück in die Heimat geschickt werden.

Die Transatlantiker in Deutschland jammern schon darüber, dass die Truppen abziehen. „Eine Entscheidung über einen möglichen Abzug von amerikanischen Truppen aus Deutschland in dieser Größenordnung hätte besser vorher bilateral oder in der Nato beraten werden müssen“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Henning Otte, beispielsweise am Freitagabend zu Reuters. „Das Auswärtige Amt ist nun aufgefordert, die Hintergründe und Folgen einer solchen Entscheidung zu klären.“ Man müsse abwarten, was die amerikanische Regierung konkret plane.

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Wie das „Wall Street Journal“ weiter unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle berichtete, soll die Entscheidung in keinem Zusammenhang mit der Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stehen, dem G7-Treffen Ende Juni in Washington fernzubleiben. Darüber hatte (siehe oben) der „Spiegel“ spekuliert.

Auf jeden Fall wäre es nun ein guter Zeitpunkt, die Vereinigten Staaten dazu aufzufordern, sämtliche Truppen und alles militärische Equipment (inkl. der Atomwaffen) aus Deutschland abzuziehen und deutlich zu sagen, dass man nicht mehr länger der Handlanger des militärisch-industriellen Komplexes der Vereinigten Staaten sein will, dessen weltweiten kriegerischen Abenteuer und die Etablierung einer Politik der Spannungen nur dazu führen, dass Unsummen in die (vorrangig US-amerikanische) Rüstungsindustrie fließen, anstelle das Geld für sinnvolle, zukunftsorientierte Projekte zu verwenden.

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Ein Kommentar

  1. Die Absage von Merkel zum G7 Gipfel ist eine verschleierte Aussage unserer Schmierenpresse.
    Sie ist nicht geladen worden, da wird ein Schuh draus. Wie sagte Tump im Wahlkampf gegen Clinton, wenn ich gewinne lass ich Merkel einsperren. Bis jetzt hat er alles vesprochene durchgezogen.

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