Trumps G7-Einladung Russlands neuer Trick, Moskau gegen China zu wenden

Russland soll am G7-Gipfel gegen China teilnehmen, so der Wunsch von US-Präsident Trump. In Moskau hält man nicht wirklich viel davon, sich daran zu beteiligen.

Von Redaktion

Die Diplomaten werden bald über die Möglichkeit einer Teilnahme Russlands am bevorstehenden G7-Gipfel diskutieren. US-Präsident Donald Trump sagte in einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin, dass die Vereinigten Staaten, die dieses Jahr den Vorsitz über die G7 führen, Russland, Australien, Indien und Südkorea zur Teilnahme an der Veranstaltung einladen wollen. Es ist jedoch immer noch unklar, was Washington mit ihnen besprechen will, schrieb Izvestia.

Laut Konstantin Kosatschew, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Rates der Russischen Föderation, „geht es bei Trumps Initiative nicht darum, Russland wieder in die Gruppe aufzunehmen, sondern darum, mehr Länder als Beobachter einzuladen.“

„Die G7 wird Entscheidungen treffen und andere werden den Prozess irgendwie zertifizieren“, fügte der Senator hinzu.

Es ist üblich, Länder zu einem Gipfel einzuladen, betonte der Vorsitzende des Russischen Rates für internationale Angelegenheiten (RIAC), Andrey Kortunow. Einige G7-Länder wollen Russland jedoch nicht einmal in einer solchen Eigenschaft auf dem Treffen sehen, da diese Art von Schritt ihrer Ansicht nach ein Zugeständnis an Moskau bedeuten würde. Es ist auch unklar, warum Russland angesichts der engen Beziehungen Moskaus zu Peking an einem Gipfel gegen China teilnehmen sollte.

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„Versuche, Russland in einen Kampf gegen China einzubeziehen, werden sicherlich scheitern. Es ist unklar, wie Moskau davon profitieren könnte“, bemerkte Kortunow. „Die westlichen Länder haben keine praktischen Vorschläge unterbreitet, die Moskau als erwägenswert erachten würde. Niemand bietet an, die Sanktionen aufzuheben, die Wiedervereinigung der Krim mit Russland anzuerkennen oder größere Investitionen in die russische Wirtschaft sicherzustellen“, erklärte der Experte.

Aus diesem Grund sei es eine Narretei, Russland zu einem Teil einer Anti-China-Front zu machen. Trumps Initiative, die das Interesse der Medien geweckt hat, wird wahrscheinlich zu nichts führen, schloss der Experte.

Insbesondere scheint man in Washington nicht zu berücksichtigen, dass Moskau an einer multipolaren Weltordnung arbeitet, in der es nicht darum geht, Rivalen und Kontrahenten zu suchen, sondern um globale Kooperation auf allen wichtigen Feldern, sowie um den gegenseitigen Respekt zwischen den Großmächten. Die amerikanischen Ambitionen, eine breite antichinesische Front aufzustellen, stehen dieser Doktrin diametral entgegen.

Moskau hat auf dem internationalen Parkett immer wieder verdeutlicht, dass man gute Beziehungen zum Westen wünscht, man sich jedoch nicht von seinen Partnern und Verbündeten trennen wird. Washington hingegen versucht mit einer Erpressungsstrategie zu agieren, um seinen eigenen Willen durchzusetzen, sorgt damit aber auch dafür, dass sich innerhalb der eigenen Alliierten eine starke Opposition gegen diese Politik bildet, weil die Amerikaner selbst vor Strafmaßnahmen gegen ihre eigenen Partner nicht zurückschrecken, wenn es um ihre eigenen Ziele geht.

Insofern stellt sich die Frage, wie lange diese Strategie noch aufgehen wird. Über kurz oder lang werden sich neue geopolitische Strukturen etablieren, die auch für noch am Rockzipfel der Vereinigten Staaten hängende Länder interessant werden. Und Russland ist Teil dieser neuen, sich entwickelnden Strukturen. An politischen Gipfeln teilzunehmen, die nur der Verdammung Chinas dienen, gehört jedoch nicht dazu.

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