Nordkorea lässt Kriegspläne gegen den Süden fallen und sucht den Dialog

Nordkoreas Führung scheint erneut den Dialog mit dem Süden zu suchen. Kim Jong-Un bleibt allerdings weiterhin völlig unberechenbar.

Von Redaktion

Pjöngjang stellt die Vorbereitungen für Militäraktionen gegen Südkorea ein und reduziert seine Propagandakampagne gegen Seoul. Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un gab am Mittwoch nach einem Treffen mit der Militärführung des Landes persönlich seine überraschende Entscheidung bekannt, ein militärisches Szenario gegen den Süden aufzugeben. Kurz darauf änderten nordkoreanische Medienpublikationen zu Südkorea ihren Ton.

Pjöngjangs Versöhnungsgesten zielen darauf ab, das Fenster der Möglichkeiten für den Dialog mit Seoul zu bewahren, das geschlossen werden könnte, nachdem der südkoreanische Präsident Moon Jae-in zurückgetreten ist und ein neuer Führer die Macht übernimmt, der mit Pjöngjang von der Position der Gewalt aus sprechen könnte, schreibt Kommersant.

Der nordkoreanische Führer stärkte seinen Ruf als unberechenbarer Politiker, indem er eine weitere Kehrtwende in den Beziehungen zum Süden vollzog, heißt es in der Zeitung. Der letzte Kalte Krieg zwischen den beiden Koreas dauerte zwei Wochen und endete so plötzlich wie er begann.

Der Konflikt begann am 6. Juni, als Südkoreas NGOs, die von nordkoreanischen Überläufern gegründet wurden, Flugblätter gegen die Regierung in den Norden schickten. Obwohl der Medienangriff Seouls Linie zur Normalisierung der Beziehungen zu Pjöngjang zuwiderlief, konnten die südkoreanischen Behörden ihn nicht vereiteln.

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In der Zwischenzeit ist es bemerkenswert, dass die rasche Einschränkung der Beziehungen zwischen Seoul und Pjöngjang laut der Zeitung ohne Kims direkte Beteiligung erfolgte. Der nordkoreanische Präsident hat sich in den letzten zwei Jahren dreimal mit seinem südkoreanischen Amtskollegen getroffen.

Die jüngsten Schritte des nordkoreanischen Führers zeigen, dass er immer noch versucht, das Fenster der Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit dem Süden aufrechtzuerhalten, da Moon Jae-in seinem nördlichen Nachbarn gegenüber viel mehr Geduld gezeigt hat als seine Vorgänger.

Im Mai 2022 soll Südkorea eine neue Präsidentschaftswahl abhalten, bei der ein Kandidat der konservativen Opposition gewinnen könnte. Somit könnte Seoul zur vorherigen Linie zurückkehren, um Pjöngjang einzudämmen. In Anbetracht dessen versucht der nordkoreanische Staatschef offenbar, die Chance zu nutzen, die Beziehungen zum Süden zu pflegen, die derzeit noch bestehen, aber laut der Zeitung in zwei Jahren verschwinden könnten.

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