Kim kappt die Kommunikation mit Südkorea

Nordkoreas Kommunikation mit Südkorea wurde unterbrochen, um die Aufmerksamkeit der USA auf sich zu ziehen. Kim versucht so Druck auf Seoul und Washington auszuüben.

Von Redaktion

Nordkorea hat alle Kommunikationsverbindungen mit Südkorea unterbrochen und erklärt, dass die Seiten nichts zu besprechen haben. Formal war dies eine Reaktion auf regierungsfeindliche Flugblätter, die der südliche Nachbar mit riesigen Luftballons verschickte. Von Izvestia befragte Experten glauben jedoch, dass Pjöngjang seine Beziehungen zu Südkorea verschärft hat, um den Druck auf Seoul und Washington zu verstärken und die Sanktionen zu lockern.

Pjöngjangs Bewegung von der Freundschaft zur Feindseligkeit mit Seoul sei sicherlich nicht nur wegen der Luftballons aufgetreten, heißt es in der Zeitung. Seit dem gescheiterten zweiten Gipfel zwischen dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un und dem US-Präsidenten Donald Trump vor anderthalb Jahren machte die nordkoreanische Führung sowohl die USA als auch Seoul für alle Misserfolge verantwortlich. Insbesondere Südkorea konnte sich nicht für eine teilweise Aufhebung der Sanktionen gegen Nordkorea im Zusammenhang mit interkoreanischen Projekten einsetzen.

„Nordkorea hat versucht, den Süden als Vermittler zu nutzen, um die USA dazu zu bringen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Jetzt, da der diplomatische Prozess zwischen den USA und Nordkorea für eine Weile festgefahren ist und in naher Zukunft keine Aussicht auf Wiederaufnahme besteht. In Bezug auf die US-Innenpolitik könnte Pjöngjang entscheiden, dass es keinen Sinn mehr gibt, gute innerkoreanische Beziehungen aufrechtzuerhalten“, sagte der Experte des in Peking ansässigen Carnegie-Tsinghua-Zentrums für globale Politik, Tong Zhao, gegenüber dem Papier.

Stephen Nagi, Experte der International Christian University in Tokio und Mitglied der Canadian Asia Pacific Foundation, sagte auch, dass sich Pjöngjangs Schritte hauptsächlich auf die USA konzentrieren. „Die zerbrochenen Verbindungen könnten ein Trick sein, damit Seoul im Gegenzug für ihre Wiederherstellung versuchen könnte, die Sanktionen gegen Pjöngjang auf kreative Weise zu lockern und sich dazu zu verpflichten, die Trump-Administration dazu zu bewegen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte der Experte.

Loading...
Lesen Sie auch:  Washington: "Der Iran kann bis Jahresende eine Atombombe bauen"

Ein weiterer Grund könnte sein, dass die nordkoreanische Frage angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen China und den USA, der bevorstehenden US-Wahlen und der Covid-19-Pandemie in den Hintergrund gedrängt wurde.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.