Die Nettozuwanderung nach Deutschland sinkt weiter

Deutschland verzeichnet nach wie vor eine stärkere Zuwanderung als Abwanderung von Menschen. Allerdings gab es einen Rückgang, der seit dem Hoch im Jahr 2015 anhält.

Von Redaktion

Im Jahr 2019 sind rund 327.000 Personen mehr nach Deutschland zugezogen als aus Deutschland fortgezogen. 2018 waren es noch rund 400.000 mehr Zu- als Fortzüge. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ging die Nettozuwanderung damit im vierten Jahr in Folge zurück.

Insgesamt sind im Jahr 2019 rund 1.559.000 Personen aus dem Ausland zugezogen und 1.232.000 ins Ausland weggezogen. Dabei werden sowohl ausländische als auch deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger erfasst, die das Land verlassen oder (wieder) nach Deutschland ziehen.

Der Rückgang der Nettozuwanderung nach Deutschland im Vergleich zu 2018 ist vor allem auf die verringerte Zuwanderung und erhöhte Auswanderung ausländischer Personen zurückzuführen. 2019 wanderten rund 1.346.000 Ausländerinnen und Ausländer nach Deutschland ein (2018: 1.384.000). Demgegenüber wurden 961.000 Fortzüge von nichtdeutschen Staatsangehörigen verzeichnet (2018: 924.000).

Zuwanderung von EU-Bürgerinnen und -Bürgern geht zurück

Der Saldo der Zu- und Fortzüge von EU-Bürgerinnen und -Bürgern ging 2019 erneut zurück. Der sogenannte Wanderungsüberschuss nichtdeutscher EU-Staatsangehöriger sank auf 113.000 Personen (2018: 202.000). Dabei nahm die Zahl der Zuzüge um 44.000 Personen ab und die Zahl der Fortzüge um 46.000 Personen zu. Weniger Zuzüge gab es vor allem bei Personen mit polnischer und kroatischer Staatsangehörigkeit.

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Der Anstieg der Fortzugszahlen ergibt sich vor allem aus einem „EU-Wahl-Effekt“: Im Rahmen der Europawahl 2019 haben Meldebehörden in vielen Fällen fortgezogene, aber noch in Deutschland gemeldete EU-Staatsangehörige nachträglich abgemeldet, wenn festgestellt wurde, dass Wahlberechtigte nicht mehr an ihrer registrierten Anschrift gewohnt haben.

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Die Zahlen der Zuzüge (+6.000 auf 597.000) und Fortzüge (-8.000 auf 325.000) von Personen aus Nicht-EU-Staaten haben sich im Vergleich zum Vorjahr wenig geändert.

Erhöhte Zuwanderung von indischen Staatsangehörigen

Trotz Rückgang der Nettozuwanderung von EU-Bürgerinnen und -Bürgern trugen europäische Staatsangehörige mit einem positiven Saldo von 214 000 Personen weiter am meisten zur Nettozuwanderung von nichtdeutschen Personen bei, gefolgt von Staatsangehörigen aus Asien (116.000) und aus Afrika (31.000). Unter den asiatischen Ländern war der Saldo am höchsten für syrische (+31.000) und indische (+22.000) Staatsangehörige.

Die Zahl der indischen Zugewanderten ist über das letzte Jahrzehnt stetig angestiegen (von 13.000 im Jahr 2010 auf rund 39.000 im Jahr 2019). Diese Entwicklung ist unter anderem auf die erhöhte Zuwanderung von Fachkräften aus Indien zurückzuführen. Auch Auswertungen des Ausländerzentralregisters (AZR) zeigen, dass Staatsangehörige aus Indien den größten Teil der Inhaberinnen und Inhaber von Blue Cards ausmachen.

Deutsche wandern vor allem in die Schweiz, nach Österreich und in die USA aus

Bei der Zu- und Abwanderung deutscher Personen gab es gegenüber 2018 kaum Veränderungen. Der Wanderungsverlust deutscher Staatsbürgerinnen und Staatsbürger lag 2019 bei 58.000 Personen, das heißt es sind 58.000 Deutsche mehr ins Ausland als nach Deutschland gezogen.

Die Schweiz, Österreich und die Vereinigten Staaten waren dabei die drei Hauptzielländer von deutschen Auswandernden. Es zogen jeweils 16.000 Deutsche in die Schweiz, 12.000 nach Österreich und 10.000 in die USA. Die Auswanderung von Deutschen in die Vereinigten Staaten erreichte somit ihr niedrigstes Niveau seit 1991. Von 1991 bis 2004 waren die USA das beliebteste Auswanderungsziel. Im Jahr 2005 sind die USA auf den zweiten Platz abgerutscht, 2018 wurden sie von Österreich überholt.

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