Deutschlands Exportabhängigkeit rächt sich

Die Fokussierung auf den Export erweist sich jetzt in der globalen Krise als äußerst nachteilig für Deutschland. Eine Erholung hängt von den Weltmärkten ab.

Von Marco Maier

Deutschlands Wirtschaft kämpft mit den globalen Folgen der Lockdowns in der „Corona-Krise“. Nicht nur die Schwäche des Binnenmarkts macht zu schaffen, auch die starke Abhängigkeit vom Export trifft die deutsche Wirtschaft sehr.

Derzeit rechnet beispielsweise der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für dieses Jahr mit einem Minus von 15 Prozent bei den Exporten. Sollte sich die Lage bei wichtigen Handelspartnern noch weiter verschärfen, könnte das Minus noch größer ausfallen.

Angesichts dessen, dass in etwa jeder vierte (in der Industrie jeder zweite) Arbeitsplatz in Deutschland direkt oder indirekt von den Exporten abhängt, sind die Auswirkungen durchaus spürbar. Insbesondere auch deshalb, weil gerade die Industriejobs jene sind, die im Schnitt besser bezahlt werden als jene im Dienstleistungsbereich.

Zwar hofft man nun auf die wirtschaftliche Erholung Chinas, zumal das Reich der Mitte als „Lokomotive“ der Weltkonjunktur gilt, doch auch dort kann es jederzeit zu erneuten Lockdowns kommen. Vor allem die Lieferung von Vorprodukten aus China gilt als wichtig.

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Noch kritischer ist die Lage in den Vereinigten Staaten, die einen starken wirtschaftlichen Einbruch verzeichneten und von einer Erholung weit entfernt sind. Als wichtiger Absatzmarkt der deutschen Industrie fallen die Blicke in diese Richtung natürlich besonders wachsam aus.

Allerdings zeigt die aktuelle Krise erneut, dass die Fokussierung Deutschlands auf den Export seine Schattenseiten hat und die wirtschaftliche Erholung erschwert. Immerhin gehen die Erwartungen und Prognosen da hin, dass es mindestens zwei Jahre dauern wird, bis man sich von diesem Schlag erholt hat.

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