Cyberattacken als Kriegserklärung?

Unsere Welt basiert zunehmend auf Computersystemen die mit dem Internet verbunden sind. Hackerangriffe könnten Kriege auslösen – und vielleicht sogar einen neuen Weltkrieg.

Von Marco Maier

Stellen Sie sich vor, Hacker aus einem Land welches Ihre Regierung als „feindlich“ betrachtet, legen die komplette Strom- und Wasserversorgung Ihres Landes lahm. Für mehrere Tage – oder sogar Wochen – steht die Infrastruktur quasi still und es brechen Unruhen aus. Was glauben Sie, wie wird die Reaktion darauf ausfallen?

Nun, es ist allseits bekannt, dass insbesondere die geopolitisch aktiven Spieler mit externen Konflikten wie die USA, Russland, China, Israel, der Iran oder auch Nordkorea eigene Cyberdivisionen haben. Diese haben die Aufgabe, sich in die kritische Infrastruktur ihrer Gegner zu hacken und entsprechende Schwachstellen herauszufinden. China bezeichnete die USA schon mal als „Reich der Hacker„, während die Amerikaner ständig Russen und Chinesen der Cyberangriffe beschuldigen. Fakt ist jedoch, dass hier keine Seite wirklich besser ist als die andere, was solche Aktionen betrifft.

Ziel ist es, im Falle einer Eskalation nicht nur mit klassischen militärischen Mitteln agieren zu können, sondern auch das gegnerische Land weitestgehend lahmzulegen. Ohne Strom beispielsweise funktioniert unsere moderne Wirtschaft nicht mehr. Das haben die Vereinigten Staaten schon mehrfach bei großen Blackouts erlebt, die ganze Regionen für mehrere Tage lahmlegten. Die USA haben auch schon das russische Stromnetz attackiert.

Oder was ist mit der Sabotage von Kernkraftwerken, die zu einer Kernschmelze führt? Was geschieht, wenn das Finanzsystem (Banken & Börsen) infolge von solchen Angriffen für Tage oder gar Wochen offline gehen? Was ist mit Krankenhäusern, in denen die ganzen EDV-Systeme nicht mehr funktionieren?

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Kein Wunder, dass zunehmend auch die elektronische Hardware in den politischen Fokus rückt. Wie wir alle wissen, haben die US-Geheimdienste ihre „Backdoors“ in den Systeme der US-Technologieindustrie erhalten. Egal ob nun Microsofts Windows, Googles Android oder das iOS von Apple – NSA, CIA & Co haben ihre Schnittstellen über die sie in jedes System kommen.

Das ist auch ein Grund dafür, weshalb sich die Amerikaner so gegen Huawei als 5G-Hardwarelieferanten einsetzen und zum Boykott durch ihre Alliierten und Partner aufrufen. Washington befürchtet, dass Peking mittels dieser Technologie Daten abgreifen könnte – etwas, was man selbst schon seit Jahrzehnten tut. Vor allem jedoch könnten sich die Chinesen so Zugang zu kritischen Infrastruktursystemen verschaffen.

Kein Wunder, dass beispielsweise auch Russland versucht, eigene Betriebssysteme für Computer und Smartphones zu entwickeln. China hat dies zumindest schon für die Huawei-Smartphones gemacht, nachdem Washington Google dazu drängte, das chinesische Unternehmen von dessen Diensten auszuschließen.

Eines jedoch ist gewiss: ein größerer Cyberangriff auf die kritische Infrastruktur eines Landes kann zu einem Krieg führen. Sollten die USA, China und/oder Russland involviert sein, sogar ein neuer Weltkrieg.

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