„Wachsende US-Bedrohung“: Chinas Militär fordert mehr Geld

Das chinesische Militär fordert von der Staatsführung ein umfangreicheres Budget, um unter anderem auch auf die „wachsende US-Bedrohung“ reagieren zu können.

Von Redaktion

Angesichts der wachsenden dipolmatischen Spannungen zwischen Peking und Washington drängen die chinesischen Militärführer auf eine erhebliche Aufstockung ihres Budgets, welches auf dem am Freitag beginnenden Nationalen Volkskongress (NPC) angekündigt wird. Sie argumentieren, dass die größte stehende Armee der Welt mehr Ressourcen benötigt um volatile Herausforderungen im In- und Ausland zu bewältigen. Und ganz oben auf der Liste steht laut South China Morning Post die zunehmende Konfrontation mit den USA.

Angesichts der immer schlechter werdenden Beziehungen zwischen China und den USA inmitten eines Handelskrieges, der Auseinandersetzung hinsichtlich der bürgerlichen Freiheiten und Taiwan, sowie der Konflikte um Pekings Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer, wurden in den letzten Monaten Vorwürfe zwischen Washington und Peking über die Ursprünge der Covid-19-Pandemie hinzugefügt.

Aus Pekings Sicht tauchen die militärischen Bedrohungen vor der Haustür auf, und US-Bomber haben in diesem Jahr bisher etwa 40 Flüge über umkämpfte Gebiete des südchinesischen und ostchinesischen Meeres – mehr als dreimal so viele wie im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 – durchgeführt. US-Marine-Kriegsschiffe haben im gleichen Zeitraum vier „Operationen zur freien Navigation“ in der Region gesegelt. Im gesamten letzten Jahr waren es acht.

„Peking ist der Ansicht, dass die Sicherheitsbedrohungen durch die USA und andere Länder zunehmen. Die Volksbefreiungsarmee will daher eine Aufstockung des Budgets, um ihre militärische Modernisierung und kampfbereite Ausbildung zu unterstützen“, sagte Song Zhongping, ein in Hongkong ansässiger Militärkommentator und ehemaliger Offizier in der PLA, laut der SCMP.

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Obwohl die tatsächliche Größe der chinesischen Verteidigungsbudgets umstritten ist, sagen Militärinsider, dass die PLA die Wachstumsrate von 7,5 Prozent im letzten Jahr erreichen oder übertreffen will, wobei einer einen Anstieg von 9 Prozent schätzt, da die Spannungen an mehreren Fronten – inklusive Taiwan – steigen.

Vor einem Jahr kündigte China beim NPC im März 2019 Verteidigungsausgaben in Höhe von 1,18 Billionen Yuan (176 Milliarden US-Dollar) an, die zweitgrößten der Welt. Das Stockholm International Peace Research Institute schätzt die Verteidigungsausgaben Chinas auf 261 Milliarden US-Dollar, etwas mehr als ein Drittel der 732 Milliarden US-Dollar der USA.

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