US-Atomwaffen – Unbelehrbare Transatlantiker

Die Transatlantiker und Russland-Hasser in CDU und FDP kritisieren die zunehmenden Forderungen, die US-Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen.

Von Marco Maier

In Deutschland sind nach wie vor dutzende US-Atomwaffen stationiert und die Bundesrepublik wird dazu angehalten, entsprechende Flugzeuge für den Transport dieser nuklearen Bomben zu erwerben. Ein Umstand, der zunehmend auf scharfe Kritik stößt.

Denn zum Einen wird ein antiquiertes nukleares Bedrohungspotential gegenüber Russland aufrecht erhalten, welches seit dem Zusammenbruch des Ostblocks unnötig ist. Zum Anderen ist es auch militärstrategisch völlig sinnlos, klassische per Flugzeug ausgelieferte Atombomben stationiert zu haben.

Im Ernstfall, wenn das transatlantische Militärbündnis NATO tatsächlich Russland den Krieg erklären sollte, wären die tatsächlichen und vermuteten Lagerorte der US-Atomwaffen erste Gegenschlagsziele von russischen Atomraketen. Bevor diese aus den Bunkern auf die (neu zu erwerbenden) Transportflugzeuge aufmontiert und in die Luft gebracht werden können, ist die ganze Gegend ohnehin schon ein atomar verseuchtes Trümmerfeld.

Und selbst wenn es den deutschen und amerikanischen Streitkräften möglich sein sollte, die Atombomben in die Luft zu bringen – glaubt jemand tatsächlich, dass diese durch die russische Luftabwehr kommen würden? Die S-400- und bald auch S-500-Abwehrbatterien schießen sie wahrscheinlich schon spätestens über Polen oder Tschechien ab.

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Dennoch halten die Transatlantiker und Russland-Hasser in CDU und FDP an den US-Atomwaffen in Deutschland fest und kritisieren führende SPD-Politiker für deren Forderungen nach einem Abzug dieser Waffen:

„Wladimir Putin hat unter Verletzung des INF-Abrüstungsvertrages Atomraketen an der Westgrenze Russlands stationiert, die jede europäische Hauptstadt erreichen können. Aber die Partei- und Fraktionsspitzen der SPD fühlen sich durch die USA bedroht und plädieren für den Abzug aller amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen (CDU) dem Transatlantiker-Sprachrohr „Bild“. Eine solche Politik isoliere Deutschland, schwäche Europa, spalte den Westen und ermuntere Russland, sagte der Kandidat für den CDU-Vorsitz. „Es scheint, als kämen die ganzen alten Krankheiten der SPD zurück.“

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Ähnlich äußert sich FDP-Chef-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff (der übrigens Mitglied der Atlantik-Brücke ist). „Mit genau dieser Linie ist die SPD schon einmal gescheitert – in den 80er Jahren. Sie führt sich auf, wie früher die Fundis bei den Grünen“, sagte der Liberale der „Bild“. Mit einer solchen Partei sei kein Staat zu machen. Unter Anspielung auf den von SPD-Kanzler Helmut Schmidt Ende der 1970er Jahre mitdurchgesetzten NATO-Doppelbeschluss, sagte Graf Lambsdorff: „Helmut Schmidt würde sich im Grabe umdrehen.“

Was die beiden Spitzenpolitiker jedoch nicht sagen: Es war die NATO, die sich nach dem Zusammenbruch des Ostblocks immer weiter in Richtung Russland ausdehnte und dort immer mehr Waffensysteme installierte. Darunter auch „Raketenschilde“, die nachweislich nicht nur defensive Fähigkeiten haben, sondern auch (laut INF-Vertrag verbotene) offensive Fähigkeiten besitzen und Mittelstreckenraketen auf Russland abfeuern können.

Ganz zu schweigen von den anhaltenden Feindseligkeiten gegenüber Moskau und einem vom Westen unterstützten (und teils mitinszenierten) Putsch in der Ukraine, der schlussendlich zur Rückkehr der Krim nach Russland und zu einem blutigen Konflikt im Donbass führte.

Dabei hat Russland unter Präsident Wladimir Putin die ganze Zeit über betont, eine gute Partnerschaft mit dem Westen haben zu wollen und stets nur auf westliche Aggressionen reagiert. Etwas, wofür er im Westen nur immer wieder ausgelacht und angefeindet wurde. Und nun kommen diese CDU- und FDP-Politiker her und attackieren jene SPD-Politiker, die zumindest in Bezug auf die Beziehungen zu Russland noch ein wenig Vernunft walten lassen?

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