Umsturzversuch: Venezuela klagt US-Söldner an

Eine Gruppe von Söldnern, darunter zwei ehemalige Green Berets, wurde in Venezuela festgenommen und angeklagt. Ihnen drohen bis zu dreißig Jahre Haft.

Von Marco Maier

US-Präsident Donald Trump, der mehr auf medienwirksame pompöse Theatralik statt auf versteckte, heimliche Aktionen setzt, hat schon erklärt, er habe nichts mit dem Umsturzversuch durch eine kleine Söldnertruppe in Venezuela zu tun. Dennoch wurden die beiden ehemaligen Mitglieder der US-amerikanischen Special Forces, Luke Alexander Denman (34) und Airan Berry (41), zusammen mit mit mehreren anderen Söldner am Montag in Venezuela festgenommen.

Bei einem Feuergefecht zwischen der venezuelanischen Armee und insgesamt 17 Söldnern von Silvercorp, die auf Fischerbooten aus dem benachbarten Kolumbien (mit US-freundlicher Regierung) in Venezuela anlandeten, wurden nach offiziellen Angaben acht von ihnen getötet, der Rest festgenommen. Bei den meisten von ihnen handle es sich um Venezolaner.

Denman und Berry wurden speziell wegen „Terrorismus, Verschwörung, illegalem Handel mit Kriegswaffen und (krimineller) Vereinigung“ angeklagt, so Medienberichte.

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Es gibt offiziell keine Todesstrafe im venezolanischen Gesetzbuch. Die Anklage der Amerikaner bringt maximal 25 bis 30 Jahre Gefängnis. Doch die Lebenserwartung der beiden Söldner hinter den überfüllten venezolanischen Gittern dürfte deutlich niedriger liegen.

Die venezolanische Führung hat letztendlich Präsident Trump die Schuld an der Verschwörung gegeben, was der US-Präsident und die Verwaltungsbeamten schnell bestritten haben. Trump bemerkte, dass er niemals „eine kleine Gruppe“ benutzt hätte.

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„Wenn ich nach Venezuela gehen wollte, würde ich kein Geheimnis daraus machen. Ich würde keine kleine Gruppe schicken, es würde eine Armee genannt werden“, sagte Trump am Freitag gegenüber FOX.

Das ist ihm zuztrauen. Wahrscheinlicher ist es, dass es sich um eine Aktion des Pentagons handelte und eventuell das US-Außenministerium unter Mike Pompeo, sowie die CIA informiert waren. Es sieht nämlich nach einer (versemmelten) Deep State-Aktion aus, um den in diesen Kreisen ungeliebten Präsidenten in einen weiteren Konflikt zu treiben, den er in der aktuellen Situation gar nicht brauchen kann.

Inzwischen hat der venezolanische Generalstaatsanwalt Tarek William Saab einen Interpol-Haftbefehl gegen Ex-Green Beret und Chef der in Florida ansässigen Sicherheitsfirma Silvercorp, Jordan Goudreau, erlassen.

Goudreau hatte sich ursprünglich damit gerühmt, hinter dem gescheiterten Putschversuch zu stehen und Medieninterviews aus Florida gegeben. Er ist derzeit Ziel von Untersuchungen der US-Behörden. Washington scheint von der ganzen „Schurken“-Operation in Verlegenheit gebracht worden zu sein.

Die US-Armee hat in der Zwischenzeit bestätigt, dass die Männer früher Mitglieder der Green Berets und im Irak stationiert waren. Venezolanische Staatsbeamte haben behauptet, der Gruppe würden 212 Millionen Dollar gezahlt, um den Sturz von Maduro im Namen des Oppositionsführers Juan Guaido und seiner Unterstützer aus den USA und Kolumbien zu orchestrieren.

Während sich das Außenministerium vom Fiasko distanziert, hat es sich verpflichtet, „jedes verfügbare Werkzeug zu verwenden, um zu versuchen, sie zurückzubekommen“, so die jüngsten Aussagen von Mike Pompeo über die beiden festgenommenen US-Söldner.

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