Neue Gesichtserkennungssoftware erkennt, ob Sie kriminell sind

Gibt es ein „typisches Kriminellen-Gesicht? Laut einer neu entwickelten Software aus den Vereinigten Staaten offenbar schon.

Von Marco Maier

Stellen Sie sich vor, Sie betreten ein öffentliches Gebäude und plötzlich kommen Polizisten her und fordern Sie dazu auf, mitzukommen, um Sie genauer unter die Lupe zu nehmen. Dies ist etwas, das in wenigen Jahren vielleicht zum Standard werden könnte. Der Grund dafür: eine neue Software zur Gesichtserkennung, die angeblich mit hoher Genauigkeit feststellen kann, ob sie kriminell sind oder nicht.

Ein Team der Universität von Harrisburg (Pennsylvania), hat eine automatisierte Computer-Gesichtserkennungssoftware entwickelt, die nach eigenen Angaben mit einer Genauigkeit von 80 Prozent und „ohne rassistische Vorurteile“ vorhersagen kann, ob eine Person wahrscheinlich ein Krimineller sein wird, indem sie sich nur ein Bild von ihr ansieht.

„Durch die Automatisierung der Identifizierung potenzieller Bedrohungen ohne Vorurteile möchten wir Tools für die Kriminalprävention, Strafverfolgung und militärische Anwendungen entwickeln“, erklärten sie. Dabei erklärte das Team, dass sie nach „strategischen Partnern“ suchen, mit denen sie bei der Implementierung ihres Produkts zusammenarbeiten können.

In einer besorgniserregenden Verwendung von Wörtern wechselt das Team in seiner eigenen Pressemitteilung innerhalb von nur einem Satz von denjenigen, die die Software als „wahrscheinliche Kriminelle“ erkennt, zu „Kriminellen“. Wer also „äußere Merkmale eines Kriminellen“ hat, ist automatisch auch gleich ein Krimineller?

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Stellen Sie sich vor, Sie wollen im Staatsdienst anfangen, aber die Software sagt „Achtung, Krimineller!“ – und Sie erhalten diesen Job deswegen nicht. Wie würden Sie sich dabei fühlen?

Autoritäre Regierungen könnten diese Software nutzen, um so Menschen vorzuverurteilen. Wer laut diesem Programm Merkmale eines „Aufrührers“ oder „Dissidenten“ hat, könnte präventiv weggesperrt werden, weil das Programm dies so sagt. Egal ob diese Person nun eine solche Veranlagung hat oder nicht.

Das wäre in etwa so, als ob man seitens der Regierung von jedem ein astrologisches Profil erstellt und anhand dessen schon Kinder die deswegen in bestimmte Raster fallen in Heime zu stecken, wo sie von klein auf „passend“ erzogen werden. Es kann ja nicht sein, dass „kleine Rebellen“ frei aufwachsen und zu einer potentiellen Gefahr für das System werden, oder?

Allerdings stellt sich da auch die Frage, was geschieht wenn ein Spitzenpolitiker von dieser Software als „Krimineller“ erkannt wird? Wie würden Merkel, Schäuble & Co dabei wohl abschneiden?

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