Microsoft bietet der russischen Regierung „kostenlose“ Dienste an

Wegen der Covid-Pandemie bietet Microsoft der russischen Regierung “kostenlose” Dienste an. Doch das stößt in Russland auf massive Kritik.

Von Redaktion

Der in den USA ansässige Technologieriese Microsoft hat vorgeschlagen, Russland seine Produkte und Dienstleistungen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie zur Verfügung zu stellen. Die Regierung hat mindestens sechs Monate freien Zugang. Russische Softwareentwickler glauben jedoch, dass die Idee eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellt, schreibt Kommersant.

Zu den fraglichen Produkten gehören Cloud-Dienste für Remote-Arbeit und gemeinsamen Zugriff, Dienste zur Gewährleistung der Cybersicherheit und zur Analyse der Coronavirus-Situation sowie Lösungen für medizinische Einrichtungen.

Der Direktor der Russischen Vereinigung der Softwareentwickler, Renat Lashin, glaubt, dass westliche Anbieter versuchen, die Pandemie auszunutzen und Verstöße gegen mehrere russische Gesetze auszulösen.

Die Initiative von Microsoft bedeutet insbesondere, dass kritische Daten von Russlands staatlichen Behörden, medizinischen Einrichtungen und Bildungseinrichtungen im Ausland gespeichert und verarbeitet werden. Außerdem würde nach Lashins Worten die Annahme einer solchen Initiative bedeuten, die heimische Softwareindustrie zu töten.

Loading...

In der Vergangenheit hatte Microsoft in Russland keine Konkurrenten in Bezug auf traditionelle Märkte, aber in Bezug auf neue Märkte, einschließlich Fernzugriffslösungen, sind russische Unternehmen in der Lage, mit dem US-amerikanischen Technologie-Giganten zu konkurrieren, betonte Valentin Makarov, Präsident der Russoft Association.

Ein weiterer Einwand ist, dass die Verlängerung der Microsoft-Lizenzen möglicherweise teurer ist als die Verwendung ähnlicher russischer Technologien, betonte der Entwicklungsdirektor von TrueConf Dmitry Odintsov.

Laut Ivan Begtin, dem Gründer der unabhängigen gemeinnützigen Organisation Information Culture, sind die russischen Behörden angesichts der bereits für die Entwicklung einheimischer Produkte ausgegebenen Mittel, einschließlich Cloud-Dienste, kaum bereit, größere Geschäfte mit dem Unternehmen abzuschließen, obwohl viele Regierungen mit Microsoft zusammenarbeiten.

Teilen Sie diesen Artikel:
Lesen Sie auch:  Russland-China - das Endspiel

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.