Konzerne: Erst Milliardengewinne und dann Staatshilfen?

Während kleine und mittlere Unternehmen von den Corona-Lockdowns hart getroffen werden, sind die ganzen Staatshilfen für die Konzerne ein Schlag ins Gesicht der ehrlichen Steuerzahler.

Von Marco Maier

Manchmal fragt man sich schon, welchen Interessen die Politik eigentlich dient. Jetzt während der sogenannten Coronakrise, die von den etablierten Politikern mitgeschaffen wurde, weil man völlig überzogene Maßnahmen umsetzte und sich mit Lockerungen ziert, hätten eigentlich die kleinen und mittleren Unternehmen, die eine deutlich höhere Steuer- und Abgabenbelastung zu tragen haben als die börsennotierten Konzerne, die Unterstützung der Bundesregierung verdient. Doch stattdessen gibt es Unsummen für die großen Unternehmen.

Um einmal ein Beispiel anzuführen:

Der Reisedienstleister Tui AG hat alleine in den letzten drei Jahren zusammen netto 1,8 Milliarden Euro verdient – bei einem operativen Ergebnis von rund drei Milliarden Euro. Für dieses Jahr wird netto trotz des Einbruchs durch die Reiseverbote mit einem Nettoprofit von 37 Millionen Euro bei einem operativen Ergebnis von -378 Millionen Euro gerechnet. Die Daten dazu finden sich hier.

Man könnte meinen nach all den Profiten alleine in den letzten drei Jahren sollte es dem Konzern doch möglich sein, die diesjährige Durststrecke durchzutauchen. Doch dem scheint nicht so. Stattdessen erhält Tui einen Kredit aus dem Corona-Hilfsprogramm der staatlichen KfW. Und wie viel bekommt das Unternehmen? Stattliche 1,8 Milliarden Euro, um die bereits bestehende Kreditlinie bei ihren Banken in Höhe von 1,75 Milliarden Euro aufzustocken, berichtet das Portal „Airliners„. Da fragt man sich schon, wo all die Gewinne hin sind.

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Und das ist noch nicht einmal alles. Auch adidas beispielsweise hat um Staatshilfen angesucht, wie dieser Bericht zeigt. Doch warum? Die adidas Group hat in den letzten beiden Jahrzehnten (also seit dem Jahr 2000) mehr als 27,5 Milliarden Euro verdient. Dies zeigt diese Statistik hier. Wozu braucht ein Konzern der jährlich Unsummen verdient Staatshilfen?

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Jede Milliarde die an solche Konzerne fließt, die – wie sogar das „Manager Magazin“ berichtet – sich fleißig in Steuervermeidung üben, ist ein Schlag ins Gesicht jedes kleinen und mittleren Unternehmers, der von hinten bis vorne von den staatlichen Stellen zur Kasse gebeten wird und so kaum ausreichende Finanzreserven schaffen konnte.

Diese kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und des deutschen Staatshaushaltes darstellen, werden zu lästigen Bittstellern degradiert, während sich die Steuervermeider in den Konzernkreisen dreist nach vorne drängeln und von jenem Staat Geld als Unterstützung verlangen, dem sie jahrelang ihren gerechten Beitrag zur Mästung der Aktionäre vorenthalten haben.

Das Hauptproblem sind jedoch nicht die Konzerne an sich, sondern die Politik. Denn die Abgeordneten und die Regierungsmitglieder sind es, die überhaupt solche Steuerschlupflöcher offen gelassen haben. Und warum? Weil man sich für diese die ehrlichen Steuerzahler teuer kommenden Löcher einen Aufsichtsrats-Versorgungsposten bei einem dieser Konzerne erhofft (bzw. einen solche versprochen bekommt)?

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