Ischinger beharrt auf US-Atomwaffen in Deutschland

Deutschland müsse weiterhin US-Atomwaffen lagern und dazu bereit sein, diese einzusetzen, so MSC-Chef Wolfgang Ischinger.

Von Redaktion

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat vor einer Abkehr von der nuklearen Teilhabe Deutschlands gewarnt. „Einseitiger nuklearer Ausstieg bedeutet Verzicht auf Abschreckung und Verteidigung und wäre massiv schädlich für das Bündnis, besonders für unsere östlichen EU- und NATO-Partner“, sagte der eingefleischte Transatlantiker der „Rheinischen Post“.

Polen würde sich von Deutschland im Regen stehen gelassen fühlen. „Wollen wir, dass Polen dann statt Deutschland Nuklearwaffen stationiert und damit die NATO-Russland-Grundakte verletzt?“, gab Ischinger zu bedenken. Und er stellte die Frage, ob die SPD sich über mögliche russische Reaktionen darauf im Klaren sei. Allerdings macht seine rhetorische Frage deutlich, dass man sich aufseiten der NATO (und insbesondere Washingtons und Warschaus) offensichtlich nicht viel um die NATO-Russland-Grundakte schert, wenn es den eigenen militaristischen Zielen dient.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hatte zuvor die nukleare Teilhabe Deutschlands, also die Bereitstellung von Luftwaffenjets zum Transport taktischer Atomwaffen und deren Lagerung in Deutschland, infrage gestellt. Die Bundeswehr müsste dafür extra teure Flugzeuge beschaffen, obwohl ein Transport von Atombomben mittels Flugzeugen mittlerweile als völlig veraltet gilt.

Insbesondere die Entwicklung von Hyperschallraketen durch Russland und China lässt die Frage aufkommen, ob sich solche „Abschreckungsmaßnahmen“ überhaupt rechnen. Hinzu kommt der Umstand, dass Russland unter Präsident Wladimir Putin stets betonte, gute Beziehungen zum Westen haben zu wollen, was jedoch von den Kalten Kriegern und den pathologischen Russen-Hassern im ehemaligen Ostblock sabotiert wurde.

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Ischinger war 1978 Absolvent des „Young-Leader-Programms“ beim American Council on Germany (ACG). The American Council on Germany (ACG) ist eine Nichtstaatliche Organisation (NGO), welche mit dem Council on Foreign Relations affiliiert ist. Der Amerikanische Rat für Deutschland wurde 1952 gleichzeitig mit seiner deutschen Schwesterorganisation, der Atlantik-Brücke e.V., als private Non-Profit-Organisation gegründet. Gründungsväter waren wie bei der Atlantik-Brücke der Vorsitzende des Council on Foreign Relations John J. McCloy und Eric M. Warburg, Freund und Berater McCloys, Offizier bei der US-Army von 1941 bis 1945 und Spross der deutsch-jüdischen Familie Warburg aus Hamburg.

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Wiederholt war Ischinger Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz. Seit 2019 ist er zudem Vorsitzender der Transatlantischen Task Force des German Marshall Funds. Dies ist eine US-amerikanische Stiftung, die sich den transatlantischen Beziehungen widmet.

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