„Die USA befinden sich im kalten Bürgerkrieg“

Für den Politologen Professor Lütjen ist klar, dass sich die Vereinigten Staaten in einem „kalten Bürgerkrieg“ befinden. Die Fronten seien verhärtet.

Von Redaktion

Der Kieler Politikwissenschaftler Prof. Dr. Torben Lütjen bezweifelt, dass die Corona-Krise US-Präsident Trump zwangsläufig schadet. „Im Grunde hantiert er mit den gleichen Zutaten wie immer: Wissenschaftsfeindlichkeit, Anti-Intellektualismus, Hass auf die Medien“, sagte der Politologe der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Zudem bediene Trump einen weitverbreiteten Verschwörungsglauben in seiner Anhängerschaft, erklärte er: „Zumindest an seiner Parteibasis gelten die wissenschaftlichen Berater ohnehin als Teil einer Verschwörung der Bürokratie gegen den legitim ins Amt gewählten Präsidenten.“ Für Lütjen ist der „deep state“ also nicht existent.

Der US-Präsident sei Ausdruck einer extrem gespaltenen Gesellschaft, in der sich die politischen Lager unversöhnlich gegenüberstünden. Das führe dazu, dass das jeweilige Lager nur den Aussagen traue, die die eigene Lebenswelt bestätige. Das Land befinde sich in einem „Kalten Bürgerkrieg“.

Lütjen: „Da wird gerade ein ziemlich hochexplosiver Polit-Cocktail gemixt.“ Dieser Trend könnte laut Lütjen auch in Deutschland drohen: „Die Fliehkräfte nehmen auch in der deutschen Gesellschaft zu. Auch hier gibt es eine Echokammer am rechten Rand, die sich ihre eigene Welt gezimmert hat“, analysiert Lütjen. „In den USA hat das auch so begonnen.“

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Allerdings hat diese Polarisierung in den Vereinigten Staaten bereits unter Präsident Barack Obama begonnen. Die Wahl Trumps hat die bestehenden tiefen Gräben nur weiter ausgehoben. Hinzu kommt, dass das US-Establishment das „Teile und herrsche“-Spiel geradezu perfekt beherrschen. Dabei ist es völlig egal, wer in dem Pseudo-Zwei-Parteien-System tatsächlich an der Spitze steht, denn der ganze politische Apparat ist es, der die tatsächliche Politik bestimmt.

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Ein Kommentar

  1. Meiner Meinung nach erleben wir gerade die Grenzbereiche intellektueller Kommunikation.
    Die Entwicklung, hin zu einer Überbewertung intellektueller Prozesse hat schon vor vielen Jahrzehnten begonnen. An dem Meinungs-Erbrochenem von einem Prof. Dr. Torben Lütjen kann man deutlich erkennen, daß dies eine Fehlentwicklung war.
    Das infantile Kategorisieren in Links oder Rechts, Gut oder Schlecht, widerspricht dabei ganz enorm der Notwendigkeit einer offenen, vielleicht sogar als multipolar zu bezeichnenden Sichtweise.
    Ich plädiere für ein aktives Wiederbeleben des Bauchgefühls.
    Ganz ohne die Notwendigkeit einer argumentativen Herleitung seiner Ansicht – den Deppen beim Namen nennen.
    Nicht mit dem Ziel, jene Kleingeister diskreditieren zu wollen – sondern der Bedeutung ihrer Aussagen einen angemessenen Platz zuordnen zu können.

    Wenn nur noch wesentliches kommuniziert würde,
    es wäre wunderbar still in unserer Welt.

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