Die NATO übt weiterhin an der russischen Grenze

Die globale Coronavirus-Pandemie hindert die NATO nicht daran, militärische Übungen entlang der russischen Grenzen durchzuführen. Provokation lautet das Motto.

Von Redaktion

Russlands einseitiges Verbot von Militärübungen entlang der Grenzen westlicher Länder ist in den zweiten Monat eingetreten. In der Zwischenzeit, am 14. Mai, wurde die Open Spirit 2020-Übung der NATO vor der Küste Lettlands abgeschlossen. Darüber hinaus plant das Bündnis, eine europäische Übung namens Allied Spirit durchzuführen.

Laut Nezavisimaya Gazeta wird es sich um eine kleinere Version der Defender Europe 2020-Übungen handeln, die eigentlich hätte im April stattfinden sollen, doch wegen des Coronavirus-Ausbruchs trotz Widerstände in der NATO-Armeeführung schlussendlich eingestellt wurde.

Der Analyst von Edaily.com, Dmitry Semushin, glaubt, dass eines der Ziele der Übung Defender Europe 2020 darin bestand, den Transfer von US-Truppen nach Europa und den Einsatz von NATO-Streitkräften entlang der russischen Grenzen zu üben.

Die Übung musste wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden, obwohl im März 6.000 US-Soldaten nach Europa entsandt worden waren. Nach offiziellen Angaben werden neben den Amerikanern auch polnische Truppen an den Allied Spirit-Übungen beteiligt sein.

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„Ich denke, dass die Übungen in Polen hauptsächlich Kampfflugzeuge umfassen werden, einschließlich strategischer US-Bomber“, sagte der Militärexperte Oberst Shamil Gareyev gegenüber der Zeitung. Er wies darauf hin, dass die NATO-Staaten bereits begonnen hätten, solche Szenarien zu praktizieren.

Gareyeev betonte, dass zwei B-1 Lancer-Bomber der US-Luftwaffe während der Übungen Spring Storm 2020 am 6. Mai eine Bombenübung in der estnischen Tapa Range durchgeführt hätten. „Die Übungsstätte befindet sich etwa 100 Kilometer von der Grenze zur Region Leningrad entfernt“, stellte der Experte fest.

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„Ich glaube nicht, dass das russische Verteidigungsministerium untätig zusehen und die Aktivitäten der USA und anderer NATO-Länder beobachten wird“, sagte der Militärexperte Generalleutnant Juri Netkatschow. „Ich bin sicher, dass das Verbot, das die Ostsee- und Schwarzmeerflotte daran hindert, Übungen entlang der NATO-Grenzen zu halten, bis zum 1. Juni aufgehoben wird, wenn eine neue Ausbildungszeit für Armee und Marine beginnt“, schloss der Experte.

Offenbar versucht die NATO Moskau dazu zu provozieren, den einseitig erklärten Stopp von Militärübungen an den Grenzen zur NATO aufzuheben, indem man selbst weiterhin militärische Übungen an der Grenze zu Russland durchführt. Ziel dürfte es sein, die Russen dann der „Aggression“ zu beschuldigen und so noch mehr eigene Militärübungen rechtzufertigen.

Die ständigen Bemühungen Moskaus, die Beziehungen zur NATO zu normalisieren und zu verbessern laufen aufgrund der feindseligen Haltung der „Kalten Krieger“ innerhalb des westlichen Militärbündnisses ins Leere. In Brüssel und Washington scheint man kein Interesse an einer Entspannung und einer konstruktiven Zusammenarbeit zu haben.

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Ein Kommentar

  1. Hier hätte analog nach 1918 eine Art Cordon Sanitaire gezogen werden müssen. Dieses ewige militärische „Geübe“ an Russlands Grenzen führt nur zu weiteren Zwistigkeiten. Warum kann nicht mal Verstand eingesetzt werden? Eine entmilitarisierte Zone zum Beispiel. Russland wird kaum Polen oder Estland, Lettland oder Litauen überfallen, wenn diese Mitglieder der NATO sind. Aber immer schwer bewaffnet am Zaun des Nachbarn herumzuschleichen fördert gegenseitiges Misstrauen.

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