China schließt bewaffneten Konflikt mit den USA nicht aus

Seitens der chinesischen Führung wird ein militärischer Konflikt mit den Vereinigten Staaten von Amerika explizit nicht mehr ausgeschlossen. Die Spannungen steigen immer weiter an.

Von Redaktion

Ein interner Bericht, der dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und anderen führenden Politikern vorgelegt wurde, kommt zu dem Schluss, dass die weltweite Stimmung gegen China auf einem Niveau ist, das seit dem Vorgehen gegen den Platz des Himmlischen Friedens 1989 nicht mehr zu sehen war, und empfiehlt, sich auf ein Worst-Case-Szenario eines bewaffneten Konflikts mit den Vereinigten Staaten vorzubereiten. Dies berichtet Reuters unter Berufung auf Personen, die mit dem Inhalt des Dokuments vertraut sind.

Der Bericht, der von den chinesischen Instituten für zeitgenössische interne Beziehungen (CICIR), die dem Ministerium für Staatssicherheit angeschlossen sind, erstellt wurde, legt nahe, dass die Welle der Stimmung gegen China von den Vereinigten Staaten angeführt wird, die Chinas Aufstieg als globale Supermacht als Bedrohung für die westlichen Demokratien betrachten.

Einer derjenigen, die Kenntnis von dem Bericht hatten, sagte, dass er von einigen in der chinesischen Geheimdienstgemeinschaft als Chinas Version des „Novikov-Telegramms“ angesehen wurde, einer 1946 vom sowjetischen Botschafter in Washington, Nikolai Novikov, versendeten Nachricht, in der die Gefahren der US-Wirtschaft und der militärischen Ambitionen nach dem Zweiten Weltkrieg hervorgehoben wurden.

Novikovs Schreiben war eine Antwort auf das “Lange Telegramm” des US-Diplomaten George Kennan aus Moskau, wonach die Sowjetunion keine Möglichkeit für ein friedliches Zusammenleben mit dem Westen sehe und dass die Eindämmung die beste langfristige Strategie sei.

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Reuters, welches das Papier allerdings nicht gesehen hat, konnte nicht feststellen, inwieweit die düsteren Aussichten des Berichts die Positionen der chinesischen Staatsführung widerspiegeln und inwieweit sie die Politik Pekings beeinflussen könnten. Dies deutet jedoch darauf hin, dass Peking die Gefahr einer globalen Gegenreaktion auf die Coronavirus-Pandemie auf sich nimmt – die nach Ansicht westlicher Geheimdienste vom Biolabor in Wuhan herrührt, welches mit Fledermaus-Coronaviren experimentiert hat. Etwas, das zuvor schon Bedenken hinsichtlich des Pandemiepotenzials solcher Forschungen auslöste.

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So berichtet Reuters weiter:

Chinesische Beamte hatten eine “besondere Verantwortung”, ihre Bevölkerung und die Welt über die Bedrohung durch das Coronavirus zu informieren, “seit sie als erste davon erfahren haben”, antwortete die Sprecherin des US-Außenministeriums, Morgan Ortagus, auf Fragen von Reuters.

Ohne direkt auf die im chinesischen Bericht vorgenommene Einschätzung einzugehen, fügte Ortagus hinzu: “Pekings Bemühungen, Wissenschaftler, Journalisten und Bürger zum Schweigen zu bringen und Desinformation zu verbreiten, haben die Gefahren dieser Gesundheitskrise verschärft.”

Dabei hatten die chinesischen Behörden die WHO schon sehr früh vor einer möglichen Pandemie gewarnt, weil man eine neue SARS-Katastrophe vermeiden wollte. Der investigative Journalist Pepe Escobar hatte dies in einem umfangreichen Bericht aufgezeigt.

Präsident Trump hat in den letzten Tagen die Kritik an Peking verschärft und gleichzeitig neue Zölle für China angedroht. Seine Regierung hat laut dem Bericht Vergeltungsmaßnahmen gegen den Ausbruch in Betracht gezogen – was warnt, dass die Stimmung gegen China auch ihre Infrastrukturinitiativen (One Belt, One Road, bzw. Neue Seidenstraße) bedrohen könnte und dass Washington die Vorteile nutzen könnte, indem es regionale Verbündete finanziell und militärisch unterstützt. Dies würde jedoch wiederum die Sicherheitslage in Asien volatiler machen.

Am Montag sagte Finanzminister Steven Mnuchin, Präsident Trump prüfe Optionen zur Bestrafung Chinas und erwarte, dass Peking seinen Verpflichtungen aus dem Handelsabkommen der ersten Phase nachkomme.

“Ich habe allen Grund zu der Annahme, dass sie diese Vereinbarung einhalten, und wenn sie dies nicht tun, hätte dies erhebliche Konsequenzen für die Beziehung und die Weltwirtschaft, wie die Menschen mit ihnen Geschäfte machen würden”, sagte Mnuchin.

Wie Reuters feststellt, hat Chinas Xi das Militär des Landes zu einer Streitmacht geformt, die in der Lage ist, moderne Kriege zu gewinnen – die Luft- und Marinefähigkeiten zu erweitern und eine Herausforderung für über 70 Jahre US-Dominanz in Asien zu meistern.

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Chinas Außenministerium fordert nun Frieden und Zusammenarbeit und sagt, dass “die solide und stetige Entwicklung der Beziehungen zwischen China und den USA” im besten Interesse beider Länder und der internationalen Gemeinschaft liegt und dass “alle Worte oder Handlungen, die sich an politischen Manipulationen beteiligen oder Stigmatisierung unter dem Vorwand der Pandemie, einschließlich der Gelegenheit, Zwietracht zwischen Ländern zu säen, ist der internationalen Zusammenarbeit gegen die Pandemie nicht förderlich. ”

Trump kündigte unterdessen an, dass er die Finanzierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzen werde, da die Organisation “sehr China-zentriert” sei. Damit jedoch wird die WHO noch stärker von den Zuwendungen von Bill Gates und der Pharmaindustrie abhängig, was schlussendlich alles nur noch schlimmer machen würde.

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Ein Kommentar

  1. Kapitalistische Spielregeln. Der “drohende” Profit bestimmt die Härte des Einsatzes. Man vergleiche Fußball.
    Der “Westen”, der bisher die “nicht-Westen” Welt ausgeplündert hat, staunt, daß der bisher wohlwollend empfangene Aderlaß ins Stocken gerät.
    Da geraten doch tatsächlich “Doktor Westen” und “Patient nicht-Westen” aneinander.
    Wie in Amerika, wenn es an der Basis brodelt, zieht doch eher der Patient die Pump Gun.
    Beim Großen Geld ist es der Staat.
    Das haben die Chinesen studiert. In WK2 wurde bei den Russen fehlende Technik durch Menschen ersetzt. Das haben die Chinesen bei den Japanern und Chiang Kai Chek auch gemacht. Bei Atomwaffen geht das nicht mehr, das erfordert besseres Kaliber.
    Also auch da ein Kontra der Chinesen?
    Corona-Krise = Wirtschaftskrise = gezieltes Verstopfen von Verkehrswegen? Chinas Rolle bei Corona ist mir noch nicht klar.

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