Syrien: US-unterstützte Kämpfer laufen zu den Regierungstruppen über

Es ist ein schwerer Schlag für Washington: Eine große Gruppe von US-unterstützten Milizionären ist offenbar zu Assads Armee übergelaufen.

Von Redaktion

Der brutale Stellvertreterkrieg in Syrien, an dem der amerikanische Geheimdienst und das Pentagon tief beteiligt sind, endet nach neun Jahren. Da die Coronavirus-Pandemie nun den Nachrichtenzyklus vollständig übernimmt und Washington darum kämpft, sowohl das Virus als auch die verheerenden wirtschaftlichen Folgen einzudämmen, ist Syrien in den westlichen Medien trotz der anhaltenden Präsenz amerikanischer Streitkräfte vor Ort weit in den Hintergrund getreten.

Es scheint, dass Damaskus bereit ist, die Situation auszunutzen und den Einfluss und die Präsenz der USA im Land zurückzudrängen. Syrische Medien sowie lokale Quellen berichten, dass eine große Gruppe von US-unterstützten und ausgebildeten Kämpfern aus dem Lager al-Tanf, in dem amerikanische Spezialeinheiten seit Jahren präsent sind, zur syrischen Armee übergelaufen ist.

„Mehrere von den USA unterstützte Rebellenkämpfer haben sich diese Woche bereitwillig den Streitkräften der Arabischen Armee Syriens (SAA) im Gouvernement Homs ergeben“, berichtet der in Beirut ansässige syrische Kriegsmonitor al-Masdar News unter Berufung auf lokale Quellen. „Mitglieder der von den USA unterstützten Rebellen in der Region Tanf im Südosten von Homs haben sich nach langwierigen Verhandlungen bereit erklärt, ihre Waffen und Ausrüstung der syrisch-arabischen Armee zu übergeben.“

Die regierungsnahen Medien bezeichneten es als „einen schweren Schlag für die Vereinigten Staaten“ in der Region. In den sozialen Medien wurde ein Video verbreitet, das einen Konvoi von Fahrzeugen zeigen soll, die die Region al-Tanf verlassen, um sich der regierungsnahen Seite anzuschließen.

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Das Video wurde Berichten zufolge von einem Reporter des regierungsnahen Senders „Sham FM“ aufgenommen und soll die Überläufer zeigen, die aus al-Tanf in der südöstlichen Provinz Homs nach Tadmour einreisen:

Berichten zufolge verließ ein Konvoi mit 8 Fahrzeugen das Gebiet mit US-Militärpräsenz und fuhr zu einem Posten der syrischen Armee durch die Wüste, wo die Militanten ihre Ausrüstung und Waffen übergaben.

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Die Bedingungen der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben, aber die Verhandlungen waren Berichten zufolge seit einiger Zeit im Gange. Im weiteren Sinne hat Damaskus ein Versöhnungsprogramm verfolgt, das ausgewählten Amnestiemöglichkeiten für militante Rebellengruppen bietet, wenn sie wieder zu regierungsnahen Kräften wechseln.

Seit Jahren trainiert und rüstet das Pentagon die kurdischen und arabischen „Syrian Democratic Forces“ (oder SDF) aus. Die kurdisch dominierte Gruppe im Nordosten Syriens hat sich jedoch im vergangenen Jahr von Washington betrogen gefühlt, was dem türkischen Präsidenten Erdogan im Wesentlichen grünes Licht für eine Invasion in Nordsyrien gegeben hat.

Insbesondere die Kontrolle Amerikas über al-Tanf und seinen Grenzübergang in den Irak wurde auch von Russland konsequent verurteilt. Die USA haben lange Zeit ihre Präsenz aufrechterhalten, um angeblich den IS zu bekämpfen, aber Russland hat dies als imperialistischen Landraub auf souveränem syrischen Boden bezeichnet, um Präsident Assad letztendlich unter Druck zu setzen.

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