Sind die Covid-19-Lockdowns es Wert?

Menschenleben mit Geld aufzuwiegen scheint manchen moralisch verkommen zu sein, doch das geschieht tagtäglich. Was sind uns die Covid-19-Eindämmungsmaßnahmen Wert?

Von Marco Maier

Wie viel ist ein Menschenleben heutzutage Wert? Das ist eine Frage, die höchst unterschiedliche Antworten mit sich bringt. Manche Menschen werden sagen, ein Menschenleben sei unbezahlbar, andere wiederum werden den Preis von Munition anführen. Je nach Land, Situation, Kultur usw. wird man auf andere Werte stoßen.

Wikipedia gibt beispielsweise unter Berufung auf eine Studie an, dass das Leben eines beschäftigten Mannes in Deutschland 1,72 Millionen Euro Wert sei, jenes einer beschäftigten Frau 1,43 Millionen. In den USA läge dieser Wert beim Drei- bis Vierfachen. Und die Briten? Die beziffern dies einfach pauschal mit 2 Millionen Pfund.

Das heißt im Falle Großbritanniens: Sterben beispielsweise an einem bestimmten Punkt auf einer Straße jährlich durchschnittlich 5 Menschen mehr als auf den anderen Abschnitten, dürfen bauliche Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr als zehn Millionen Pfund kosten.

Auch in der Medizin wird entsprechend verfahren. Dort existiert das Konzept des „quality-adjusted life year“ (QALY), des Qualitäts-angepassten Lebensjahres. Im Prinzip gilt das Motto, dass man zur Rettung des Lebens eines ansonsten gesunden 20-Jährigen deutlich mehr aufwendet als für einen bettlägrigen 90-Jährigen, der dadurch vielleicht noch ein paar Monate länger zu leben (manche würden es auch als „dahinvegetieren“ bezeichnen) hätte.

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Nehmen wir nun einmal die aktuelle Ausbreitung von Covid-19 her. Es ist verständlich, dass die Regierungen versuchen, entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung unternehmen. Doch inwieweit schießt man dabei über das Ziel hinaus?

Die South China Morning Post (SCMP) berichtet beispielsweise darüber, dass die Quarantänemaßnahmen wegen Covid-19 wahrscheinlich zur Rettung von rund 300 Menschenleben beitrug, die ansonsten durch die Influenza gestorben wären. Stellen Sie sich vor, man müsste die Wirtschaft einfach nur jedes Jahr für drei Monate herunterfahren und die Menschen einer Millionenstadt einsperren, um diese 300 Menschenleben zu retten, von denen wahrscheinlich der Großteil ohnehin in den kommenden Monaten an ihren bereits existierenden gesundheitlichen Leiden oder einer anderen Infektion sterben werden.

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Gut, man könnte noch die geretteten Leben durch weniger Unfälle, eine geringere Luftverschmutzung und dergleichen anführen und miteinkalkulieren. Aber: ist es das tatsächlich Wert? Nein. Wäre es das, würde die Gesellschaft tatsächlich darauf bestehen, jedes Jahr einen dreimonatigen Lockdown durchzuführen.

Doch beim neuen Coronavirus ist das anders. Weil dieser und dessen Gefährlichkeit kaum bekannt waren, wurde beinahe schon so reagiert, als ob eine globale Ebolawelle herumrast. Zwischenergebnisse einer deutschen Studie (jener von Professor Streeck, der direkt vor Ort im Hauptcluster in Deutschland arbeitet) zeigen, dass die Gefährlichkeit des Virus offenbar völlig übertrieben wurden und reduzierte Maßnahmen (mit einem besonderen Augenmerk auf die besonders Gefährdeten) eigentlich völlig ausreichen würden.

Unter Berücksichtigung dessen, dass sehr viele Fälle asymtomatisch verlaufen und oftmals gar nicht erfasst werden, sowie angesichts des Umstandes, dass man einfach Leute die „mit“ dem Coronavirus gestorben waren und nicht „an“ ihm, sinkt die eigentliche Sterberate schon deutlich ab. Klar, das Virus ist nicht ungefährlich, aber auch kein neues Ebola.

Ein unkontrollierter Ausbruch würde in Deutschland wahrscheinlich bis zu 250.000 Tote einfordern – wobei der überwiegende Großteil davon 70 Jahre und älter wäre. Und das wäre auch das Worst-Case-Szenario. Insofern sind Sicherheitsmaßnahmen auch absolut gerechtfertigt. Ein fast völliger Stillstand der Wirtschaft ist es jedoch nicht.

Wir sprechen hier von umfangreichen Maßnahmen, die Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit bringen, zehntausende Unternehmen in die Insolvenz treiben und für eine breite Verarmung der Massen sorgen. Junge, gesunde Menschen denen das Virus nicht viel anhaben kann, werden zum Nichtstun gezwungen, während die Politik noch so viele „Rettungspakete“ schnüren kann wie sie will, ohne dass dies tatsächlich zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage führt.

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Die internationale Zusammenarbeit zur Entwicklung von wirksamen Medikamenten zur Behandlung von Covid-19 funktioniert jedoch, so dass man inzwischen damit beginnen kann, rationale Beschränkungen vorübergehend aufrecht zu erhalten, jedoch alle übertriebenen Schritte aufhebt.

Ist der totale Kollaps der Wirtschaft und damit der Lebensgrundlage aller Menschen zusammen es tatsächlich Wert, das Leben von ein paar Tausend Menschen zu verlängern, welche die nächste Grippewelle wahrscheinlich ohnehin nicht überleben werden? Wollen wir tatsächlich die Etablierung eines totalen Überwachungs- und Kontrollstaates tolerieren, der vordergründig der Eindämmung des Virus dient, jedoch am Ende nur die permanente Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten und Grundrechte mit sich bringt?

Das mag für manche Menschen äußerst zynisch klingen, doch es sind Fragen, die gestellt werden müssen. Auch wenn die Antworten dazu nicht unbedingt allen Menschen gefallen werden.

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3 Kommentare

  1. Ich stelle mir bei diesem Artikel die Frage ,ob der Verfasser einfach nur schlecht informiert ist , oder er nicht fähig dazu ist , brauchbare Schlüsse aus den vorliegenden Informationen zu ziehen.

  2. „Weil dieser und dessen Gefährlichkeit kaum bekannt waren, wurde beinahe schon so reagiert, als ob eine globale Ebolawelle herumrast“
    Ein guter Beitrag, eine mutige, nüchterne Betrachtung.

    Die Situation um und aus Corona zeigt auf, dass alle Demokraten Politiker keinen eigenen Mumm mehr aufbringen Eigenverantwortung zu übernehmen, obwohl für diese keinerlei Haftung auf Fehler ihrerseits folgt. Sie denken trotz aller ihrer Privilegien ausgestattet rosigen Umstände nur an sich und spielen den devoten Clown.

    Es ergibt sich das Bild, dass alle wie von einer unsichtbaren Hand aus dem Hintergrund in Gleichschaltung gesteuert danach pfeifen und tanzen.
    Gegen ein gleichgeschaltetes Mainstream-Medienkartell, das 80 % der Menschen berieselt, trauen sich diese nicht mal mehr einen lauten Furz zur rechten Zeit von sich zu lassen. So sieht’s aus.
    Wir leben in einer totalen Diktatur, in der kriminellste Elemente solche Momente der Gelegenheiten knallhart wie schlagartig nutzen, um daraus für sich, sprich, superreiche Komplotte Profite in astronomischer Höhe einzufahren.

    Die Frage steht im Raume. Wer profitiert daraus?
    Das ist aber noch nicht alles.
    Wer wird letztendlich der Gewinner sein? Wer geht als Sieger daraus hervor?
    Wen von den Strippenziehern der politischen Weltpolitik fegt es trotz ihrer Billionen vom Platz, dabei aber endgültig?
    Gut möglich, dass jene das Feld räumen müssen, die die größte je aufgezogene Verarschung befohlen haben.

    Meine Sichtweise:
    Nur Trump und sein Team könnten es schaffen, diesen Verbrechersyndikaten den Marsch zu blasen. Die FED hat er bereits unterm Arm.
    Umgekehrt, nur die blinden bedingungslosen Pro Europäer (der deutsche Sprachraum und ein paar so gut wie schon abgeschossene Platzhirsche) bleiben bescheuert und sträuben sich dem Rettungsvorgang von der Seite anzuschließen.
    Der deutsche Sprachraum hat definitiv fertig, bleibt abseits, weil jegliche instinktiven wie moralischen Bauelemente abhandengekommen (vernichtet) sind. Sie sind nicht mehr da! Auf Moorast lässt sich kein langlebiges Haus errichten. Auf Europa rollt ein Tsunami von harten Zeiten zu.

    Man bräuchte nur loszulassen. Eine satte Mehrheit klammert sich hingegen an untaugliche Boote. Und diese Mehrheit bestimmt den Niedergang.
    Der Begriff Volksaufbau, wenn man ihn verwendet, ist nicht erwünscht, dafür aber durch die Bank verpönt und man bekommt dabei selbst sofort ein Tattoo ab.
    Das Wort Volkes-Zerstörung hingegen noch nicht verboten, und dies wurde die letzten 60 Jahre systematisch vorangetrieben.

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