Nach dem Lockdown: Schulden und ruinierte Betriebe

Während man die Finanzindustrie mit zig Milliarden füttert, bekommen die kleinen und mittleren Unternehmen nur Peanuts – und die Option für Kredite, also Schulden.

Von Marco Maier

Angesichts dessen, dass die Gefahr durch das neue Coronavirus offenbar nur aufgebauscht wird (und ordentliche Sicherheitsmaßnahmen für die Alten und Verletzlichen eigentlich ausreichen würden), sind die verhängten Maßnahmen drastisch. Der Virologe Professor Hendrick Streeck übt nicht umsonst scharfe Kritik am Robert-Koch-Institut und an den von der Politik umgesetzten Maßnahmen.

Er erklärt in einem Video auch, wie sich das Virus ausbreitet.

Doch das Problem ist tiefgreifender. Mit dem „Lockdown“ vernichtet man die Existenz vieler kleiner und mittlerer Unternehmen. Vor allem dann, wenn die Maßnahmen – welche die Wirtschaft faktisch zum Stillstand bringen – über Monate anhalten. Denn wie viele dieser Unternehmen konnten angesichts der hohen Steuer- und Abgabenlast (von der sich die meisten großen Konzerne erfolgreich drücken können) tatsächlich genügend Reserven zurücklegen, um diesen Ausnahmezustand zu überdauern?

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Doch ihnen werden nur Kredite angeboten. Das heißt: (noch mehr) Schulden. Geld das sie wieder zurückzahlen müssen, obwohl sie die Bundesregierung und die Landesregierungen mit ihren radikalen Maßnahmen (die man bei den Grippewellen auch nicht durchführt) in diese missliche Lage gebracht haben.

Wir sprechen hier von einem Rattenschwanz an Insolvenzen, die auf Deutschland zukommen. Bedingt durch die Lieferketten werden die ersten Konkurse weitere nach sich ziehen und so eine Kettenreaktion in Gang setzen, die sich gewaschen hat. Es sind ja nicht nur die Gastronomie und diverse Händler (Kleidung, Elektronik, Möbel, Haushaltsgeräte…), die extrem darunter leiden, auch viele Soloselbständige und Transportunternehmer geht es nicht besser. Die Soforthilfe der Bundesregierung ist hier nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Was ist mit den vielen Arbeitslosen, von denen wahrscheinlich nicht alle nach Ende des Lockdowns wieder Arbeit finden können? Was ist mit den Kurzarbeitern, die jetzt zwar einen Zuschlag bekommen, jedoch bei der nächsten Steuererklärung enorme Summen zu zahlen haben? Eine wirtschaftliche Erholung ist so nicht wirklich möglich.

Insbesondere dann, wenn einige wichtige Zahnrädchen im wirtschaftlichen Getriebe infolge der Lockdowns „herausbrechen“, wird es schwierig. Und Deutschlands wirtschaftlicher Erfolg hängt vor allem an diesen Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft darstellen. Diese werden eben kaputt gemacht. Und dann kommen die Kreditausfälle, welche die ohnehin schon maroden Banken in den Abgrund stürzen.

Dabei macht Deutschland ohnehin Massentests, so dass man auch sektorale Lockdowns in den betroffenen Gebieten verhängen kann. Der Rest des Landes kann (mit geringeren Einschränkungen) ja weiterlaufen. Nicht einmal zu Kriegszeiten gab es derartig umfangreiche Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens, wie schon Historiker vergleichend feststellten. Und das sagt schon was aus.

Wir sehen gerade zu, wie die Politik (und das von ihr gesteuerte RKI) die Wirtschaft des Landes in einem blinden Aktionismus an die Wand fährt, anstatt auf Basis der bisherigen Erkenntnisse akzentuierte Schritte zu setzen. Klar, Covid-19 scheint deutlich aggressiver zu sein als die Grippe und mehr Komplikationen zu verursachen – doch so lange man unter der Summe „Covid-19-Todesfälle“ nicht nur jene aufsummiert, die tatsächlich an der Krankeit starben und nicht nur mit ihr, verursacht das nur mehr Panik und überzogene Reaktionen als nötig.

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3 Kommentare

  1. Das Problem der Wirtschaft ist, dass die Unternehmen vor Jahrzehnten, um sich gegen Übernahmen zu schützen, auf Expansionskurs waren und andere Unternehmen oder deren Betriebsteile übernahmen. Sie blähten sich auf und die Verbesserung des Betriebsergebnisses war entweder nur zeitlich begrenzt oder trat gar nicht ein.

    Danach begann die Phase der „Rückbesinnung“ auf das Kerngeschäft. Das war in einer Zeit, als die Unternehmen schon wesentlich vom internationalen Finanzkapital bestimmt wurden. Ganze Unternehmensteile wurden verkauft oder wurden ausgelagert, um dann in die Insolvenz geschickt zu werden. Die Aktienkurse stiegen, aber das reichte den neuen Herren noch nicht – es begann das Outsourcing. Fast alle Bereiche, denen man nicht unmittelbar die Erwirtschaftung von Gewinn zuordnen konnte, wurden ausgelagert und verselbständigt.

    Genau das sind jedoch jetzt die Unternehmen, ohne die die Großen nicht bestehen können. Es sind aber auch die, die kaum über Rücklagen verfügen und durch ihre einseitige Ausrichtung/Spezialisierung wenig Chancen haben, sich auf einem veränderten Markt neu zu orientieren.

    Der Blick der Politik geht reflexartig zu den großen Unternehmen und Banken, dorthin wird auch die Öffnung des Füllhornes mit den Zuwendungen gerichtet. Die Hauptprobleme, wie im Artikel dargelegt, werden jedoch bei den kleineren, bis hin zu den Freiberuflern und Selbständigen auftreten, also dort, wo das eigentliche Unternehmertum noch zu Hause ist.

  2. Frühere Vielfalt wurde im Lauf der Jahre aus kommerziellen Gründen zur heutigen Einfalt umgestaltet und das kann man als Fallbeispiel in den Straßen Deutschlands sehen, ein Filialist neben dem anderen und das organisch gewachsene Unternehmertum wurde geschreddert und das gleiche findet weltweit statt. Das hat zur Folge, daß es nun zu einer Uniformierung übelster Art geführt hat und die Eigenheiten eines jeden Landes immer mehr in den Hintergrund rücken und weltweit in Konsequenz dann ein braunes Getränk und ein Burger auf dem Tisch steht und das nennt man dann Kultur nach Globalistenart. Das allerdings ist nur für die Masse gedacht ist, die Erfinder dieser Entwicklung schätzen immer noch das alte gediegene und so entstehen gerade zwei neue Klassen, die Vermögenden mit ihren Möglichkeiten und die Allerweltsklasse zur Erhaltung des Systems mit üblen Auswirkungen auf ihre persönliche Psyche, sofern sie das überhaupt noch wahrnehmen. Den Rest wird uns dann noch die Krise geben um danach alles so zu gestalten daß eine Individualität quasi nicht mehr möglich ist.

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