Kommt eine Reform der WHO?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bräuchte dringend eine Reform. Trump und Macron fordern sie ein. Doch wird sie aus dem Griff von Bill Gates und Big Pharma befreit?

Von Redaktion

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat darauf hingewiesen, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angemessene Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 ergriffen hat. So reagierte er auf die Erklärung von US-Präsident Donald Trump über die Notwendigkeit einer Reform der WHO nach ihren angeblichen Fehlern während der Pandemie.

Trump und der französische Präsident Emmanuel Macron beabsichtigen, auf einem Gipfel der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, dessen Idee der russische Präsident Wladimir Putin bereits im Januar vorgebracht hatte, Möglichkeiten zur Reform der WHO zu erörtern, schreibt Nezavisimaya Gazeta.

Trump äußerte zuvor Beschwerden der USA über die Aktivitäten der WHO. Das Hauptproblem war, dass die globale Organisation die Bedrohung durch das Coronavirus nicht angemessen einschätzen, die wirksame Überwachung der epidemiologischen Situation in China sicherstellen und somit indirekt für die Verbreitung der Infektion auf der ganzen Welt verantwortlich sei.

Trump machte deutlich, dass er entschlossen sei, harte Methoden anzuwenden. Washington, der Hauptfinanzierer der WHO, stellte am 15. April seine Finanzierung für die Organisation ein. Damit steigt jedoch das Gewicht von privaten Geldgebern wie Bill Gates (und dessen Stiftung) und der Pharmaindustrie, welche die Weltgesundheitsorganisation so zu ihrem Lakaien machen.

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Auch Frankreichs Präsident Macron vertritt die Idee, die WHO auf eine günstigste Weise zu reformieren. Er erklärte zuvor, dass die chinesischen Behörden seiner Meinung nach der Weltgemeinschaft nicht die ganze Wahrheit über die Coronavirus-Epidemie gesagt hätten.

Der leitende Forscher am Institut für Europa der Russischen Akademie der Wissenschaften, Vladimir Shveitser, glaubt jedoch, dass es nicht einfach sein wird, selbst EU-Länder davon zu überzeugen, eine solche Reform zu unterstützen. „Es scheint, dass die Pandemie allen klar gemacht hat, dass etwas für das Gesundheitssystem unternommen werden sollte. Aber jede Reform in diesem Bereich erfordert in erster Linie einen erheblichen Geldbetrag. Und die Europäer haben zu diesem Zeitpunkt kein Geld übrig“, betonte der Experte.

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„Trump und Macron neigen dazu, den Wagen vor das Pferd zu stellen und Signale zu senden, die keine Konsequenzen haben. Zum Beispiel hat Macron früher die Schaffung einer europäischen Armee gefordert. Wo ist diese Armee? Der Prozess ihrer Schaffung ist ins Stocken geraten. Ich schließe dieses Mal nicht aus, dass es nur darum geht, Stellungnahmen abzugeben“, betonte Shveitser.

Eine Reform der WHO ist jedoch dringend nötig. So lange die privaten Geldgeber bis zu 80 Prozent des operationalen Budgets der Organisation bereitstellen, wird sie sich auch nach deren Wünschen richten. Und wenn es gerade die Pharmaindustrie und Eugenetiker wie Bill Gates sind, welche den Großteil des Budgets finanzieren, dann läuft etwas gewaltig falsch.

Doch daran etwas zu ändern, kommt der – gekauften? – Spitzenpolitik nicht in den Sinn. Dabei ist die WHO ein Paradebeispiel dafür, wie eine von den Megakonzernen und Milliardären gelenkte Welt schlussendlich aussehen wird. Wie lange wird es noch dauern, bis auch andere internationale Organisationen dermaßen von privaten Geldgebern und Konzernen abhängig sind, um dann nur noch deren Interessen zu verfolgen?

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