Es gibt mehrere Coronavirus-Stämme – Folgendes wissen wir

Das Coronavirus, welches für Covid-19 verantwortlich ist, mutiert offenbar relativ langsam und auch nur marginal, wie bisherige Untersuchungen von Wissenschaftlern zeigen.

Von Redaktion

Während Covid-19 den Globus bedeckt – inzwischen wurden offiziell über 800.000 Menschen in 179 Ländern infiziert, was offiziellen Angaben zufolge über 39.000 Todesfälle verursachte – verfolgen Wissenschaftler laut USA Today eine Vielzahl von Stämmen.

Das Virus hat über hundert winzige Mutationen durchlaufen, die wie genetische Fingerabdrücke wirken. So können Forscher sehen, wie das Virus migriert und sich in ähnliche, aber neue Subtypen aufspaltet, die auf der Website NextStrain.org zu sehen sind.

Labore auf der ganzen Welt stellen ihre Sequenziergeräte, die größtenteils die Größe eines Desktop-Druckers haben, auf die Aufgabe, die Genome von Virusproben von Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, schnell zu sequenzieren. Die Informationen werden auf eine Website namens NextStrain.org hochgeladen, die zeigt, wie der Virus migriert und in ähnliche, aber neue Subtypen aufgeteilt wird.

Die häufige Sequenzierung des Virus hat es Forschern ermöglicht, mehrere Schlussfolgerungen zu ziehen. Zum Beispiel scheinen soziale Distanzierung und Schutz vor Ort in einigen Bereichen zu funktionieren, und das Virus scheint im Laufe seiner Entwicklung nicht tödlicher zu werden.

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„Das Virus mutiert so langsam, dass die Virusstämme einander grundsätzlich sehr ähnlich sind“, sagte Charlies Chiu, Spezialistin für Infektionskrankheiten an der University of California der San Francisco School of Medicine. „Die Ausbrüche sind nachverfolgbar. Wir können die Genomsequenzierung fast in Echtzeit durchführen, um zu sehen, welche Stämme oder Abstammungslinien zirkulieren“, fügte sie hinzu.

Chiu glaubt auch, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Unterschied in den Stämmen dafür verantwortlich ist, dass das Virus die Menschen unterschiedlich trifft – wobei sich die meisten für ein oder zwei Tage nur geringfügig schlechter fühlen, 15 Prozent einen Krankenhausaufenthalt benötigen und die Sterblichkeitsrate von Land zu Land unterschiedlich ist.

Dies liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass in den jeweiligen Ländern unterschiedlich stark getestet wird und gerade in ärmeren Ländern mit nur wenigen Tests viele (insbesondere asymtomatische) Infektionsfälle gar nicht erkannt werden. Das sorgt automatisch für höhere Mortalitätsraten: Weniger Tests (nur bei richtigen Verdachtsfällen) resultieren in mehr Toten im Verhältnis zu den erkannten Infektionen.

SARS-CoV-2, das Virus, das die Covid-19-Krankheit verursacht, zirkulierte Mitte November oder Mitte Dezember in China. Sein Genom besteht aus ungefähr 30.000 Basenpaaren – während ein Mensch über 3 Milliarden hat. Dem Bericht zufolge enthalten die unterschiedlichsten Stämme des Virus nur 11 Basenpaaränderungen.

Bisher sind die meisten Fälle an der Westküste der USA mit einem Stamm verbunden, der erstmals im Bundesstaat Washington identifiziert wurde. Es könnte von einem Mann stammen, der in Wuhan, China, dem Epizentrum des Virus, gewesen war und am 15. Januar nach Hause zurückkehrte. Es ist nur drei Mutationen vom ursprünglichen Wuhan-Stamm entfernt, so die Arbeiten, die Trevor Bedford zu Beginn des Ausbruchs durchgeführt hatte, ein Computerbiologe bei Fred Hutch, einem medizinischen Forschungszentrum in Seattle.

An der Ostküste gibt es mehrere Stämme, darunter den aus Washington und andere, die ihren Weg von China nach Europa und dann nach New York und darüber hinaus gefunden zu haben scheinen, sagte Chiu.

Allerdings gibt es noch einige Lücken, da bislang nur rund 1.000 Virenproben analysiert wurden, während man inzwischen bereits mehr als 850.000 Menschen positiv auf das Virus testete. Doch offenbar gibt es laut Berichten unter den einzelnen Stämmen welche die etwas aggressiver und welche die weniger aggressiv sind.

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2 Kommentare

  1. Diese Zahlen der Infizierten und der Toten sind doch recht abenteuerlich und es fällt dem Betrachter schwer daran zu glauben. Es gibt Länder auf dieser Welt, deren schiere Größe und Einwohnerzahl nicht richtig greifbar ist, die Opfer dann umso weniger und allein China und Indien, von Afrika ganz zu schweigen ,sind doch garnicht in der Lage eine Opferstatistik zu führen. Das klappt ja noch nicht einmal in durchorganisierten Staaten und die wahren Zahlen werden vermutlich nur GAP-Zahlen (Gott allein bekannt) sein, weil jeder der diese Länder kennt sich unmöglich vorstellen kann, daß hier eine Einzelerfassung möglich ist. Nur diese würde zu einem sinnvollen Ergebnis führen, alles andere ist Kaffeesatzleserei, wie früher, wo man nach Seuchen auch nicht wußte, wieviele eigentlich über den Jordan gingen.

    1. Der größte Feind um eine gute Statistik mit relevanten Daten zu bekommen ist die föderale Struktur der westlichen Demokratien.
      Das wird ja täglich bewiesen. Auf die falschen Daten da lückenhaft werden Entscheidungen getroffen von Spahn und Konsorten die nächsten Tag umgewandelt werden da die Datenlage falsch war.*

      Entwicklungsländer mit aus unserer Sicht totalitären Strukturen haben da einen großen Vorteil gegenüber den westlichen Scheindemokratien.

      * Ist in allen westlichen Staaten dasselbe wie sich schön langsam herausstellt und da die Beweise nicht mehr unterdrückt werden können von den Regierungen auch zugegeben.

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