Türkische Spezialeinheiten sollen Migranten über die griechische Grenze treiben

Die Türkei will Spezialkräfte an der griechischen Grenze einsetzen, um zu verhindern, dass Migranten von den Grenzschützern wieder zurückgedrängt werden.

Von Redaktion

Der türkische Innenminister Suleyman Soylu hat angekündigt, dass Ankara 1.000 Polizeibeamte für Spezialoperationen an der Grenze zur EU einsetzen wird, um zu verhindern, dass Migranten zurückkehren. Er fügte hinzu, dass die EU-Grenzschutzbehörde Frontex rund 4.900 Migranten in die Türkei zurückgedrängt und dabei 164 verletzt habe.

„Die Türkei wird 1.000 Polizeibeamte für Spezialoperationen einsetzen, um einen Rückstoß von Migranten an der Grenze zu verhindern“, sagte der Minister, wie in der Zeitung Daily Sabah zitiert.

Im Grunde genommen heißt dies, dass aus Sicht der Türkei die Lage ganz klar ist: Wer es bereits bis an die türkisch-griechische Grenze geschafft hat, soll gefälligst auch in die EU gehen. Hauptsache sie befinden sich nicht mehr auf türkischem Territorium. Eine ganz klare Ansage an Brüssel, dass man sich für diese Menschen nicht (mehr) verantwortlich fühlt.

Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die Entscheidung der EU, die neue Migrantenwelle, die hauptsächlich aus der syrischen Provinz Idlib über die Türkei kommt, zurückzudrängen und ihren Weg durch die griechische Grenze zu erzwingen.

Loading...

Doch in der Türkei will sie niemand haben. Ebensowenig wie in der Europäischen Union – wenn man einmal von der politischen Linken absieht, die ohnehin eine liberale Zuwanderungsagenda verfolgt.

„Die griechischen Sorgen sind unsere Sorgen“, sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, nach dem Besuch der Grenze. Sie fügte hinzu, dass Migranten „durch falsche Versprechungen in diese Situation gelockt wurden“.

Seit Beginn der Migrantenkrise an der türkisch-griechischen Grenze hat Athen fast 35.000 Migranten daran gehindert, in das Land einzureisen. Es versprach auch, die Hunderte derjenigen, die es auf die andere Seite geschafft hatten, in naher Zukunft zu deportieren.

Lesen Sie auch:  Erdogan macht aus der Hagia Sophia wieder eine Moschee

Doch die Griechen sind wirklich berühmt dafür, die anstrandenden Migranten – wie eigentlich im Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei abgemacht – ins Nachbarland zurückzuschicken. Stattdessen beklagt man sich über die mangelnde Unterstützung aus den anderen EU-Ländern.

Die neue Migrantenwelle begann in die Türkei zu strömen, nachdem sich die Situation in der syrischen Provinz Idlib verschlechtert hatte, die hauptsächlich von Militanten und Terroristen besetzt ist. Die türkischen Streitkräfte starteten in der Provinz eine Militäroperation gegen die syrische Armee, was die Situation weiter verschlechterte. Allerdings greifen die griechischen Polizisten zunehmend illegale Afghanen und Pakistanis auf, hingegen kaum Syrer.

Angesichts des Zustroms von Flüchtlingen kündigte Ankara an, dass es Migranten nicht länger daran hindern werde, nach Europa zu gelangen, und verstoße damit gegen ein Abkommen von 2016 mit der EU. Im Rahmen dieses Abkommens versprach die Türkei, neue Migranten daran zu hindern, über ihr Territorium nach Europa zu gelangen und sie aufzunehmen, während Brüssel Ankara Milliarden Euro für die Aufnahme zahlte.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.