Religiöse Fanatiker helfen bei der Verbreitung von Covid-19

Obwohl Menschenansammlungen kontraproduktiv bei der Bekämpfung der Ausbreitung von Covid-19 sind, halten religiöse Fanatiker an ihren Versammlungen fest.

Von Marco Maier

Es gibt Menschen, die glauben wenn sie nur genug beten, würden sie von Unheil verschont. Gerade jetzt in der allgemeinen Coronavirus-Hysterie wenden sich immer mehr Menschen dem Glauben – und damit nicht selten auch fanatischen Gruppierungen – zu.

Im Iran beispielsweise sorgen erzkonservative schiitische Gruppierungen dafür, dass die Anordnungen der Regierung zur Einschränkung der Reisetätigkeit ignoriert werden. Und das, obwohl das unter Sanktionen leidende Land zu den von Covid-19 am stärksten betroffenen Staaten der Welt gehört. Offenbar denken sie, dass ihr fanatischer Glaube sie vor einer Infektion – oder zumindest vor dem Tod durch das Virus – schützen würde.

Auch in Indonesien, dem Land mit den meisten Muslimen auf der Welt, sieht es nicht viel besser aus. Während die Regierung und die größte religiöse Autorität – der Indonesische Rat von Ulama (MUI) – die Menschen in den besonders von Covid-19 betroffenen Gebieten dazu auffordern, ihre fünf täglichen Gebete zu Hause durchzuführen, machen die konservativen Imame weiter wie bisher. Sie halten nichts davon, die Menschen von den Freitagsgebeten in ihren Moscheen abzuhalten.

Laut dem britischen „The Independent“ sind rund ein Viertel der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 55 gestorbenen Menschen im Vereinigten Königreich Muslime gewesen. Offiziell machen sie jedoch lediglich fünf Prozent der britischen Bevölkerung aus.

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Auf den Philippinen breitet sich Covid-19 wohl in der muslimischen Minderheit im Südwesten Mindanaos aus, nachdem einige Imame an einer religiösen Convention in Malaysia teilnahmen, in deren Reihen mit dem neuen Coronavirus infizierte Menschen saßen. Gleichzeitig verbreiten radikale evangelikale christliche Sekten die Losung, dass das Land Covid-19-frei sei und die Menschen lieber beten sollten.

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Während sich die katholische Kirche weitestgehend daran hält, die Messen abzusagen oder nur noch unter „social distancing“-Maßnahmen durchzuführen, kümmern sich einige der evangelikalen Sekten – ich nenne sie gerne „christliche Taliban“ – nicht darum. Auch dort führt der religiöse Fanatismus dazu, alles zu ignorieren und auf die Anordnungen zu pfeifen.

Egal was man nun über den Covid-19-Ausbruch denkt, Fakt ist, dass solche religiösen Fanatiker im Ernstfall eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen. Sie stellen ihren Glauben über die Gesellschaft als Ganzes und sind in einem wirklich gefährlichen Pandemie-Fall wahrscheinlich jene, die zu den Haupt-Übertragern gehören. Covid-19 ist ein kleiner Testlauf, der dies belegt.

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