Ölpreis setzt US-Frackingindustrie unter Druck

Der jüngste Ölpreisschock bringt die US-Frackingindustrie in starke Bedrängnis. Nur noch vier Unternehmen arbeiten mit Gewinn.

Von Redaktion

Die meisten in den USA gebohrten Schieferölquellen sind zu aktuellen Ölpreisen unrentabel, warnte Rystad Energy. Das norwegische Beratungsunternehmen sagte, wie von Bloomberg zitiert, dass das Bohren neuer Bohrlöcher für mehr als 100 Unternehmen Verluste verursachen würde.

Nur vier Frackingunternehmen – Exxon, Chevron, Occidental und Crownquest – können neue Bohrlöcher bei 31 US-Dollar pro Barrel West Texas Intermediate mit Gewinn bohren.

Viele Fracking-Unternehmen befinden sich inzwischen in der Verlustzone.

Das Problem liegt in der Natur der Schieferölquellen: Während sie schnell mit der Produktion beginnen und sie erweitern, geht ihnen auch schnell das Öl aus. Daher müssen Bohrer immer wieder neue Löcher bohren, um die Produktion aufrechtzuerhalten, wie es US-amerikanische Frackingunternehmen nun schon seit Jahren tun.

Dies hat sich jedoch auf die Anlegerrenditen ausgewirkt, stellt Bloomberg fest, und wirkt sich nun auf die Ausgabenpläne aus.

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„Unternehmen sollten kein Kapital verbrennen, um die Produktionsbasis auf einem nicht nachhaltigen Niveau zu halten“, sagte Tom Loughrey vom Schieferöldatenunternehmen Friezo Loughrey Oil Well Partners LLC gegenüber Bloomberg.

„Dies ist Swing-Produktion – und das bedeutet, dass Sie nach unten schwingen müssen.“

Laut Rystad ist die Situation für gebohrte, aber noch nicht fertiggestellte Bohrlöcher positiver. Das Beratungsunternehmen gab gestern bekannt, dass bis zu 80 Prozent der Unternehmen im US-Schiefergebiet einen Breakeven-Preis von weniger als 25 US-Dollar pro Barrel WTI haben. Dies kommt jedoch den aktuellen Preisen gefährlich nahe.

Für die US-Schieferölindustrie, die ohnehin schon mit enormen finanziellen Problemen kämpft, ist das niedrige Preisniveau ein harter Schlag. Es wird erwartet, dass es in den kommenden Monaten zu einigen neuen Insolvenzen kommen dürfte.

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Ein Kommentar

  1. Der niedrige Ölpreis setzt Russland und die kleinen exportierenden Länder unter Druck. Das ist Strategie, damit die Haushalte dieser Länder zusammenbrechen. Die Saudis fracken trotzdem weiter. Wasser haben sie ja jetzt genug.

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