Ölpreis: Russland kann 30 Dollar für bis zu 10 Jahre überstehen

Selbst bei einem dauerhaft niedrigen Preis von 25 Dollar pro Barrel kann Russland sechs Jahre lang durchhalten. Wie lange schaffen dies Saudi-Arabien und die US-Frackingindustrie?

Von Redaktion

Russlands Preis für ein ausgeglichenes Budget wurde zuvor mit 42 USD angegeben. Mit einem Rückgang von Rubel zu Dollar um 15 Prozent auf den Ölpreisverfall von 65 auf 75 sollten dies nun 38 US-Dollar sein. Fügen Sie 530 Millarden USD an Devisen- und Goldreserven hinzu, und die russischen Angaben kommen in etwa dort hin.

Jetzt, da sowohl OPEC+ als auch OPEC nicht mehr existieren, liegt es an „jedem Ölproduzenten für sich“, wie viel sie fördern wollen. Wobei Billigproduzenten das Angebot um ihre freie Kapazität erhöhen können, um teurere Produzenten zur Reduzierung der Produktion zu zwingen. Nun lautet die Schlüsselfrage, wie lange die drei größten Produzenten der Welt – Schieferöl (USA), Russland und Saudi-Arabien dies durchhalten.

Die Entwicklung der Ölproduktion in Russland, Saudi-Arabien und den USA.

Noch ist es nicht klar, wie lange die zumeist ohnehin schon Verluste einfahrenden Fracking-Unternehmen (siehe hier) einen solch niedrigen Ölpreis noch durchstehen können. Auch die Saudis spielen mit dem Feuer, da sie bereits seit Jahren von der Substanz leben müssen, weil die öffentlichen Ausgaben deutlich über dem liegen, was das Ölgeschäft noch abwirft.

Ölpreise: Saudi-Arabien spielt ein gefährliches Spiel

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Doch kürzlich kam die Antwort für Russland, als das Finanzministerium am Montag sagte, dass das Land Ölpreise von 25 bis 30 US-Dollar pro Barrel für zwischen sechs und 10 Jahre überstehen könnte.

Das Ministerium sagte, es könne den National Wealth Fund des Landes nutzen, um die makroökonomische Stabilität zu gewährleisten, wenn die niedrigen Ölpreise anhalten. Zum 1. März hielt der Fonds mehr als 150 Mrd. USD oder 9,2 Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts.

Russlands Zentralbank tauscht Dollar gegen Gold.

Dies könnte übrigens erklären, warum Putin in den letzten zwei Jahren damit beschäftigt war, US-Staatsanleihen zu verkaufen und Gold zu horten: Er sparte Liquidität für einen regnerischen Tag, und wie Millionen von Frackingarbeiter nun herausfinden werden, regnet es in Strömen. Zudem ist der niedrige Ölpreis für Putin eine willkommene Gelegenheit, sich bei den Amerikanern für die Sanktionen (auch gegen Nord Stream 2) zu rächen, und deren Fracking-Unternehmen (die ihr teures Schiefergas in Europa verkaufen wollen) in den Konkurs zu schicken.

Putin erklärt dem US-Fracking-Öl den Krieg

Die nächsten Monate werden zeigen, wie es in Sachen Ölpreis weitergeht. Die sinkende globale Nachfrage infolge der Coronavirus-Pandemie und das sich ausweitende Angebot werden die Ölpreise wohl dauerhaft niedrig halten.

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