Iran: 50 neue Infektionen pro Stunde, ein Todedfall pro 10 Minuten

Die Covid-19-Krise im Iran eskaliert. Es gibt immer mehr Erkrankte und Todesfälle. Religiöse Hardliner erschweren die Eindämmung.

Von Redaktion

Obwohl der Iran zwischen Dienstag und Mittwoch dieser Woche in Covid-19-Fällen den bislang größten Tagesanstieg verzeichnet hat, bemühen sich die Behörden immer noch, alle dazu zu bringen, Quarantäne- und Selbstisolierungsmaßnahmen zu beobachten. Dies insbesondere, nachdem sich eine Schar von Demonstranten – strenggläubige Schiiten – versammelt hat, um gegen die Schließung von zwei der heiligsten Schreine des Landes in der Stadt Qom zu protestieren.

Zu diesem Zweck gab der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Kianush Jahanpur, eine erstaunliche Erklärung ab, um die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Er twitterte in aller Härte:

„Im Iran stirbt alle zehn Minuten eine Person an dem Coronavirus, 50 werden infiziert. Behaltet diese Daten im Kopf und denkt zweimal nach, wenn ihr euch entscheidet, Verwandte in Nowruz zu besuchen oder andere Städte zu bereisen.“

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An diesem Donnerstag stieg die nationale Zahl der Fälle auf 18.407 – ein Sprung von 1.046 Fällen gegenüber dem Vortag.

Die Zahl der Todesopfer im Iran durch den Ausbruch des Coronavirus ist laut staatlichen Medien am Donnerstag auf 1.284 gestiegen. Mit den 149 Menschen, die in den letzten 24 Stunden an dem Virus gestorben sind, sind es nun 1.046 Todesfälle.

Iran: Todesfälle nach Tag.

Anfang dieser Woche gab ein anderer hochrangiger Gesundheitsbeamter eine Warnung vor einem „Extremszenario“ heraus, um die Bürger zu drängen, zu Hause zu bleiben. Er rechnet damit, dass „Millionen“ Iraner an der Krankheit sterben werden.

Neben anderen drastischen Maßnahmen, die das Land ergriffen hat, hat Teheran derzeit vorübergehend rund 85.000 Gefangene nach Hause geschickt, um sicherzustellen, dass die Pandemie nicht die überfüllten Gefängnisse des Landes heimsucht.

Einige Länder im Westen, einschließlich Städte in den Vereinigten Staaten, erwägen tatsächlich die vorübergehende Freilassung gewaltfreier Straftäter aus örtlichen Gefängnissen, um die Ausbreitung dort zu verhindern.

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