Erdogan: Iran und Russland sind keine Ziele in Syrien, nur syrisches Militär

Angesichts des wachsenden Gegenwinds in Nordsyrien rudert Präsident Erdogan inzwischen zurück.

Von Redaktion

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat gesagt, dass weder Russland noch der Iran die Ziele seines Landes in Syrien sind.

„Die Türkei zielt weder auf Russland noch auf den Iran in Syrien. Wir zerstören nur die Elemente des [Assad]-Regimes“, sagte er am Montag. Erdogans Äußerungen wurden vom türkischen Fernsehsender NTV ausgestrahlt.

Der türkische Führer bemerkte jedoch, dass er „erwartet, dass [andere Länder] Respekt für Ankaras Haltung zeigen“, und fügte hinzu, dass die Teilnahme an Kampfhandlungen in Syrien eher der Wille des Volkes als die persönliche Entscheidung der Führung sei.

„Ich appelliere noch einmal an Russland und den Iran. Die Türkei hat keine Probleme mit diesen Ländern in Syrien. Wir haben das syrische Territorium nicht im Visier. Wir haben auch nicht vor, dort Fuß zu fassen“, fügte er hinzu.

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Allerdings hatte der türkische Präsident in der Vergangenheit immer wieder neoosmanische Ambitionen gezeigt und sowohl er als auch führende türkische Politiker verkündeten mehrmals, dass sie das türkische Territorium erweitern wollen.

In Bezug auf Ankaras Operation Spring Shield in Syriens Idlib, die am 27. Februar begann, erklärte Erdogan, dass die Armee des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad schwere Verluste erleiden würde.

„Wir haben die Operation gestartet, nachdem 34 unserer Soldaten in Idlib getötet worden waren. Wir werden dort keinen Tropfen Blut unserer Märtyrer unbeantwortet lassen. Wir haben dem Regime bereits den größten Schaden zugefügt, den es je gegeben hat, und diese Verluste sind nur der Anfang davon“, erklärte er.

Die Situation in Syriens Idlib verschlechterte sich über Nacht bis zum 28. Februar erneut dramatisch. Ankara sagte, dass über 30 türkische Soldaten durch den Angriff der syrischen Regierungstruppen getötet worden seien. Kurz danach führte die Türkei Angriffe auf syrische Armeepositionen durch und gab an, dass über 200 Ziele getroffen worden waren.

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Die Türkei hat drei Militäroperationen in Syrien durchgeführt: Euphratschild, Olivenzweig und Friedensfrühling. Sie führten zur Schaffung einer Puffersicherheitszone zwischen den Grenzstädten Azaz und Jarablus, wodurch die türkische Kontrolle über Afrin und die Gebiete östlich des Euphrat hergestellt wurde.

Erdogans Äußerungen kamen, nachdem der Gegenwind aus Russland schärfer wurde und sich Ankara Moskau nicht unbedingt zum Feind machen will.

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