Die Ölpreise fallen ins Bodenlose

Und dann hat es „Bumm“ gemacht… Die Ölpreise erleben derzeit den Fall ins Bodenlose. Ein Blutbad unter den Fracking-Firmen wird erwartet.

Von Marco Maier

Nachdem Russland ankündigte, der US-Frackingindustrie den Krieg zu erklären und die Fördermenge nicht zu drosseln und auch Saudi-Arabien lieber auf eine Ausweitung der Förderung setzt, obwohl die Nachfrage infolge der Coronavirus-Panik einbricht, kennt der Ölpreis nur noch eine Richtung: nach unten. Eine Besserung ist noch lange nicht in Sicht.

Ein Barrel (159 Liter) der Rohölsorte WTI kostet beispielsweise zuletzt nur mehr 30,03 Dollar, eines der Sorte Brent 33,57 Dollar. Das ist ein Kollaps von rund 30 Prozent – etwas, das man seit Beginn des Golfkriegs 1991 nicht mehr gesehen hat. Damit sind die Ölpreise auf den tiefsten Stand seit Anfang 2016 zurückgefallen. Wir sprechen von einer Halbierung seit dem Jahreswechsel.

Für manche Ölförderländer wird dies zu einem Problem in Sachen Staatshaushalte. Selbst die Saudis, die recht günstig fördern können, haben ihre Probleme. Immerhin fließen Unsummen aus den Öleinnahmen über die öffentlichen Ausgaben in die Gesellschaft. Kein Wunder, dass Kronprinz Mohammed bin Salman (MbS) eine kleine Säuberungskampagne in Königsfamilie und Staatsapparat durchführte, um potentielle Putischisten zu entschärfen.

Besonders kritisch dürfte dies vor allem für die US-amerikanische Fracking-Industrie sein. Diese ist hoch verschuldet und hat Unmengen an Junk-Bonds auf den Markt geworfen. Kollabieren diese Unternehmen, wird es auch auf den Finanzmärkten zu massiven Verwerfungen kommen, da diese Ausfälle zu einem Dominoeffekt führen können.

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