Covid-19: Deutschlands Testkapazitäten sind erschöpft

Die Gesundheitsämter kommen mit den Tests auf Covid-19 nicht mehr nach und verlassen sich nun zunehmend auf das Krankheitsbild.

Von Michael Steiner

Weil immer mehr Gesundheitsämter überfordert sind, hält man in Teilen Deutschlands Tests auf Covid-19 ab sofort für “nicht zwingend notwendig”. Dies trifft unter anderem auf den besonders stark betroffenen Hohenlohekreis in Baden-Württemberg zu.

“Stellt ein Arzt die Symptome fest, gilt die Covid-19-Infektion als nachgewiesen”, sagte die Leiterin des Gesundheitsamts Antje Haack-Erdmann. Die Datenlage im Hohenlohekreis genüge, um abschätzen zu können, dass das Krankheitsbild auf eine Coronavirus-Infektion zurückzuführen sei.

Dieses Vorgehen sei nötig, da die Testkapazitäten derzeit bundesweit erschöpft seien. Rechtlich geregelt ist dieses Vorgehen in einer sogenannten Allgemeinverfügung des Hohenlohekreises. Dort gibt es mit etwa 200 Fällen je 100.000 Einwohnern die dritthöchste Infektionsdichte in Deutschland – hinter dem Kreis Heinsberg in NRW (379) und dem Landkreis Tirschenreuth in Bayern (251). In ganz Deutschland lag dieser Wert bei 31 pro 100.000 Einwohnern.

Auch im Bodenseekreis kommt man mit dem Testen nicht nach. Zwar gaben die Behörden dort zuletzt 94 labordiagnostisch bestätigte Infektionen an (entsprechend 43 Infektionen je 100.000 Einwohner), aber diese Zahl sei “allenfalls nur noch ein Indikator für die Ausbreitung des Virus”.

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“In den Laboren gibt es mittlerweile Wartezeiten von teilweise mehreren Tagen und die tägliche Testkapazität ist begrenzt”, teilte der Landkreis mit. Das Gesundheitsamt gehe davon aus, dass das Virus in der Bevölkerung zirkuliere und die Zahl der Virusträger “deutlich höher” sei.

Dies liegt unter anderem daran, dass die Inkubationszeit variiert und viele Infizierte “asymptomatisch” sind – also keine Symptome einer Infektion aufweisen. Laut chinesischen Studien ist dies bei rund einem Drittel aller Infizierten der Fall.

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2 Kommentare

  1. Sicher ist auch schon Kaffeesud auf seine Aussagekraft getestet worden. In einer Demokratie als einer Diktatur der Dummen braucht es auch nicht mehr.

  2. Lernt man schon als Medizinstudent, daß es bei Krankheitsdiagnosen in erster Linie immer auf die Symptome (Rö und MR, vielleicht auch Scan) ankommt- Tests oder Laborbefunde sind zweitrangig. Bei positiven Tests sollte dann immer ein Kontrolltest in einem anderen Labor gemacht werden. Dazu müssen andere Laborbefunde auch entsprechend sein, um eine Erkrankheit zu beweisen. Nur ein AK-Test ist ein bißchen zu wenig, kann der durch andere Faktoren verfälscht sein. Test und Laboruntersuchungen verunsichern die Patienten. Bei viralen Erkrankungen muß sowieso symptomatisch behandelt werden, weil es bei viralen oder unklaren Krankheiten nicht anders geht. Wundermittel dagegen gibt es nicht. Interferon und Präparate, die bei anderen viralen Krankheiten geholfen haben, können starke Nebenwirkungen haben und sind extrem teuer.Impfungen können starke Nebenwirkungen haben, überhaupt, wenn die über das Teststadium nicht rausgekommen sind. Müssen außerdem 1/2 Jahr getestet und dann freigegeben werden. Wichtig ist, daß der Körper sich aufgrund seiner Abwehrkräfte selbst hilft. helfen kann.

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