Coronavirus: Leere Straßen und Angst in Norditalien

Die Zahl der am Sonntag als tot bestätigten Menschen stieg von 133 auf 366. Rund 15 Millionen Italiener sind von der Regierung unter Lockdown gesetzt worden.

Von Redaktion

Im Norden Italiens macht sich eine bedrückende Stimmung breit. Die Straßen in vielen Städten wie Mailand oder Genua sind wie leergefegt, auch die Gondeln in Venedig bleiben leer. Ein Viertel der italienischen Bevölkerung unterliegt Reisebeschränkungen.

Während einige ihre Koffer packten und flohen, blieben die meisten in Norditalien, um einer von der Regierung gegen 15 Millionen Menschen verhängten Sperre zu trotzen, da dies den Kampf gegen das tödliche Coronavirus verhängte.

Das Land verzeichnete am Sonntag die zweithöchste Coronavirus-Zahl der Welt, nachdem es einen starken Anstieg der Todesfälle (133 auf 366) gemeldet und Südkorea bei Infektionen überholt hatte.

„Das Virus schließt das Herz des Nordens“, lautete die Schlagzeile der Stampa-Tageszeitung, während Il Messaggero mit „Halb Italien geschlossen“ titelte.

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Es war jedoch nicht klar, wie streng die Anordnung durchgesetzt werden würde oder wie die Behörden verhindern könnten, dass Menschen abreisen.

Das Dekret besagte, dass nur Personen mit einem „schwerwiegenden“ Grund, der nicht verschoben werden kann, wie z.B. dringende berufliche oder familiäre Probleme, in die Quarantänezonen, die die Lombardei und 14 Provinzen in vier anderen Regionen abdecken, eingelassen werden.

Aber es ermöglicht die Rückkehr derjenigen nach Hause, die in den betroffenen Gebieten waren, aber anderswo leben, einschließlich Touristen.

Der Chef der rechten Oppositionspartei Italiens, Matteo Salvini, forderte von der Regierung Klarheit für die „Millionen besorgter Italiener“. Er fragte: „Wer kann was? Wohin können sie gehen? Wer kann arbeiten? Wer kann reisen? Und was ist mit den Grenzen zu anderen Ländern?“

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Die Flughäfen in Mailand und Venedig waren geöffnet, aber Alitalia gab an, nationale und internationale Flüge zum und vom Flughafen Mailand Malpensa einzustellen und nur Inlandsflüge von Milan Linate aus zu betreiben.

Italien verzeichnet derzeit 7.375 Infektionsfälle mit dem neuen Coronavirus und beklagt zudem schon 366 Tote. Damit ist die Lage dort schlimmer als in Südkorea, welches 7.382 Infizierte und 51 Tote beklagt. Auch der Iran verzeichnet mit 6.566 Fällen und 194 Toten eine geringere Mortalitätsrate.

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4 Kommentare

  1. Wer solche Horrormeldungen glaubt, geht auch freiwillig in Wahlzellen.
    Tatsache ist, dass Italien pleite ist und die Bürger ihrer Pflicht nachkommen und mit ihren Ersparnissen für die vom Staat aufgenommenen Schulden bürgen müssen. Das kommt natürlich nicht bei jedem gut an, und er wird protestieren. Darf er aber nicht, weil er sich sonst mit Schnupfen anstecken könnte…..

  2. „Leere Straßen“
    Dafür in 9 Monaten reicher Kindersegen?

    Auch eine Methode: die Alten entsorgen, damit frisches spriessen kann.

  3. Die Kommentatoren haben keine Ahnung. Genau wie bei KenFM schreiben Sie von Panikmache, ohne persönliche Kontakte nach Italien zu haben. Das habe ich heute abend aus Neapel bekommen.
    Ein Mann hat in Hausquarantäne ein Video aufgenommen. Seine Schwester (47), Vorerkrankung Epilepsie, liegt seit 24 Stunden tot im Bett. Er hat alles versucht. Keiner kommt sie abholen. Wurde mir persönlich von einer Freundin geschickt.
    http://www.napolitoday.it/cronaca/coronavirus-napoli-donna-morta-in-casa-video.html
    Ob die Leute auch noch solche Kommentare schreiben, wenn sie selbst hier in Deutschland in Quarantäne sind.

    1. Paula, Italien ist pleite, und nicht Deutschland, oder Österreich. Natürlich dauert es, bis wir unsere alten Währungen wiederkriegen. Damit wir bis dort nicht ungeduldig werden, werden wir mit Corona beschäftigt, es gibt gerade keinen großen WahlKAMPF.

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