Coronavirus: Deutschland überlegt, die antirussischen Sanktionen aufzuheben

Die Sanktionen gegen Russland könnten bald aufgehoben werden. Eine entsprechende Initiative kommt aus Deutschland.

Von Redaktion

Deutsche Politiker fordern im Rahmen der Coronavirus-Pandemie die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland, sagte Waldemar Herdt, Mitglied des Bundestagsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, gegenüber Izvestia. Die Nationen sollten sich in schwierigen Zeiten gegenseitig helfen, und die aktuelle Krise wird der gesamten EU-Wirtschaft einen schweren Schlag versetzen.

Der Schritt zur Aufhebung der antirussischen Sanktionen könnte den Handel in Europa ankurbeln, betonte der Abgeordnete. Der deutsche Bundestag wird den Vorschlag voraussichtlich auf der bevorstehenden Sitzung, die online stattfinden könnte, in einer Woche erörtern.

„Diese Sanktionen hätten vor dieser durch das Coronavirus verursachten Krise aufgehoben werden müssen. Jetzt, wo die Grenzen geschlossen sind, ist dieses Problem jedoch noch dringlicher“, sagte der Politiker. „Ich denke, diese Krise wird der Wirtschaft sowohl Deutschlands als auch der gesamten EU schaden. Zweifellos sollten wir engere Beziehungen zu unseren Nachbarn haben und den Handel mit Russland wiederherstellen. Dies wird dem gesamten Wirtschaftssystem gut tun und rechtzeitig erfolgen.“

Der Vorsitzende der Interimskommission des Rates der Russischen Föderation für Informationspolitik und Zusammenarbeit mit den Medien, Alexei Puschkow, sagte der Zeitung, dass die Chancen, dass Berlins Initiative von allen EU-Mitgliedern unterstützt werde, gering seien. Der größte Stolperstein sei die Position von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wenn die Coronavirus-Krise jedoch anhält, muss die EU ihre Russophobie aufgeben, betonte der Politiker.

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Der deutsche Politikwissenschaftler Alexander Rahr stimmt zu, dass die Idee, antirussische Sanktionen aufzuheben, logisch wäre, aber jetzt sollten die EU-Führer verstehen, dass es für sie von Vorteil ist, engere Beziehungen zu Russland zu suchen. Das Hauptproblem hierbei ist die Ideologie, und es fällt ihnen schwer, die Grenze zu überschreiten, die sie für sich selbst gezogen haben, stellte der Experte fest. Das Verhalten der EU oder ihrer Mitglieder wird nun von der Coronavirus-Situation in Russland abhängen. Wenn alles so bleibt, wie es ist, könnten die Europäer die Zusammenarbeit wiederherstellen, erklärte er.

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5 Kommentare

  1. Lange Zeit schon hätten diese Sanktionen aufgehoben werden müssen.Auch wenn wir verschiedene politische Positionen vertreten:die gibt es zu einigen anderen Ländern auch,zu denen wir dennoch Beziehungen unterhalten.
    Wenn diese unfaßbare Krise dazu führt die Sanktionen aufzuheben und (ich träume mal weiter) gute nachbarschaftliche Beziehungen zu unterhalten,dann bestätigt sich einmal mehr der Satz:jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne…
    So könnte diese Krise am Ende etwas Positives haben und die vor langer Zeit getätigten Bemühungen von Wladimir Putin,daß Russland und Europa sich annähern,doch noch Wirklichkeit werden.
    Mein herzlicher Wunsch!🌺

  2. Es war das Merkel-Regime, das deutsche Unternehmen, Banken und Handelshäuser zwang, Vertragsbruch gegenüber den russischen Partnern zu begehen. Damit wurden bewusst und vorsätzlich, über Jahrhunderte gewachsene Wirtschaftsbeziehungen, die ein hohes Maß an gegenseitiger Verlässlichkeit besaßen, zerstört.

    Putin hatte, uneigennützig, wiederholt die Hand zur Versöhnung gereicht. Die Kanzlerin und ihre Hofschranzen haben jedes Mal in ihrer dumm frechen, primitiven Art und Weise diese Gesten zurückgewiesen.

    Ich halte Waldemar Herdt für eine ehrliche, aufrichtige Person. Jedoch muss er auch darauf einwirken, dass Spitzenpolitiker seiner Partei (AfD), endlich aufhören von einer Koalition mit der CDU zu fabulieren, also den Verursachern der schweren Krise mit Russland und diesen auch noch in den Hintern zu kriechen.

  3. Es ist ein Trauerspiel was hier gegen Rußland abläuft, denn dieses Land gehört zu Europa und ist geprägt durch jahrhundertelange Verbindungen und eine große Vetreterin des deutschen Adels saß sogar auf dem russischen Zarenthron, ein anderer orientierte sich bei seiner neuen Residenzstadt Petersburg an europäischen Errungenschaften und setzte diese um. Ansonsten war der Adel mit Rußland familiär verbunden und wer früher in Hechingen und Baden-Baden oft unterwegs war, konnte sogar leibhaftig einigen Großfürsten aus Rußland persönlich begegnen, die in die Emigration gehen mußten. Das alles war so verbandelt, daß sogar Schlachten unter gemeinsamer Fahne gewonnen wurden und dann später irgendwann ausartete, aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall haben die Sieger von damals alles unternommen, daß eine Verflechtung Rußland Deutschland unter allen Umständen verhindert werden sollte, denn man kannte die Gefahr, russische Resourcen und deutsches Know How und deshalb wurde alles unternommen um so ein Konglomerat niemals entstehen zu lassen und das gilt bis heute noch, Nordstream ist ein Paradebeispiel der Verhinderung und immer wieder knicken die Deutschen ein, weil sie nicht frei sind und unter der Knute der anderen stehen. Das sollte geändert werden, denn Rußland hat sich gewandelt und bietet ungeahnte Möglichkeiten und das Hemd ist eigentlich näher als der Rock, das sollte Maßstab sein für alle deutschen Überlegungen und die anderen sollen selbst sehen wie sie weiterkommen, für deren Zukunft sind wir nicht zuständig.

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