Nach dem Coronavirus folgt ein geopolitischer Wirbelwind, der die Volkswirtschaften zum Stillstand und die Märkte zum Absturz bringt.

Das neue Coronavirus verändert die Welt, wie wir sie kannten. Ganz Italien wurde am 9. März gesperrt und ist damit das erste Land nach Chinas Beispiel für die Schließung am 23. Januar.

Chinas Wirtschaft ist jedoch relativ versiegelt, da seine Währung nicht frei austauschbar ist. Italien ist umgekehrt Teil eines wichtigen Partners der Eurozone und vollständig in den globalen Markt integriert. Die Folgen dieser Schließung könnten intern und extern größer sein.

Geopolitische Zusammenstöße gewinnen an Dynamik und es ist unklar, ob sie aufhören werden, selbst wenn möglicherweise in einem Jahr ein Impfstoff verfügbar sein wird und das Leben wieder normal werden sollte.

Saudi-Arabien senkte am 8. März die Ölpreise, um Marktanteile von Russland zurückzugewinnen, das sich angesichts der durch das Virus verursachten wirtschaftlichen Abkühlung geweigert hatte, die Produktion angesichts der schrumpfenden Ölnachfrage zu drosseln.

Moskau behauptet, dass es niedrigere Preise überleben kann, obwohl seine Förderkosten weit höher sind als die von Saudi-Arabien. Ziel ist es, die US-Schieferproduktion zu unterbieten, für die höhere Preise erforderlich sind, um rentabel zu sein. Die wachsende US-Schieferproduktion war auch Teil des Versuchs, die neue Pipeline zwischen Russland und Deutschland, Nord Stream 2, zu teuer und damit nicht rentabel zu machen.

Darüber hinaus drängt die Türkei, die eng mit den Saudis verbunden ist, die Russen in Syrien, während Damaskus‘ anderer starker Verbündeter, der Iran, mit der unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus, den Auswirkungen von Sanktionen und niedrigeren Ölpreisen, die seinen Hauptexport treffen, ins Stocken gerät.

Sicherlich haben niedrige Ölpreise eine Lobby getroffen, die US-Präsident Donald Trump unterstützt, und durch den Zusammenbruch der Märkte erhöhen sie die Möglichkeit einer Rezession und untergraben damit die Chancen auf eine Wiederwahl von Trump. Trump setzte auf boomende Märkte, um eine zweite Amtszeit zu erhalten.

Daher öffnet sich eine neue breite Abnutzungsfront, in der sich die USA nun Saudi-Arabien und der Türkei anschließen, während Russland den Iran auf einer Front unterstützt, die von Mitteleuropa nach Zentralasien und durch den Nahen Osten führt.

Der Europäischen Union geht es nicht viel besser. Sie hat den Brexit immer noch nicht verdaut, und es ist knietief in heftigen Kontroversen darüber, welche Richtlinien zur Bekämpfung der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus verabschiedet werden sollten. Da sich die Ansteckung in Italien ausbreitet, schließen die Nachbarländer aus Angst vor der Ausbreitung von Infektionen die Grenzen. Die EU wird schnell zu einem Schatten ihres alten Selbst. Die Mitgliedstaaten werden zunehmend voneinander isoliert, und es besteht bislang kein Konsens über einen einheitlichen Ansatz zur Bekämpfung des Virus oder der wirtschaftlichen Folgen der Infektion. Tatsächlich setzt bereits eine Rezession ein.

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Eine Analyse von Francesco Sisci.

One thought on “China und geopolitische Revolutionen, die viral werden”

  1. Die Leidensfähigkeit der Bevölkerung wird getestet
    Lebensmittelskandale, 20 Jahre lang reihrum Schwein Rind Hühner …
    Epidemien, Ebola, Schweinegrippe ….
    Soll die Lawine Überproduktionskrise nicht wie bisher durch den Abgang eines großen Schneeballs ausgelöst werden, sondern mit kleineren von unten abgetragen werden? Sterben der Reste des Mittelstands?
    Also Bäcker von nebenan geht voran?

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